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Kämpferin gegen den Unrat in Bottrop

28.07.2012 | 15:53 Uhr
Kämpferin gegen den Unrat in Bottrop
Mit der Kehrmaschine ist sie unterwegs und sorgt für Sauberkeit auf Bottrops Straßen – und Marktplätzen. Foto: Birgit Schweizer

Bottrop.   Anne Peterke ist eine von zwei Frauen, die bei der BEST als Müllwerkerin arbeiten. Seit dreieinhaln Jahren manövriert sie die Kehrmaschinen durch Bottrops Straßen. Vorher hat sie in der Werktsatt der BEST ihre Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviert. Sie scheut sich nicht, kräftig zu zu packen.

Der orangefarbene Overall – er steht ihr. Und doch fällt Anne Peterke darin auf. Denn auch wenn sie schon lange dabei ist – genauer gesagt seit acht Jahren – ist sie trotz allem immer noch eine Exotin bei der BEST. Eine von lediglich zwei Frauen, die Dienst „in orange“ schieben. Als Kraftfahrerin arbeitet sie bei der Stadtreinigung. Sie manövriert die großen und kleinen Kehrmaschinen durch die Straße und über die Plätze der Stadt. „Und ich möchte auch nichts anderes machen.“

Ausbildung in der Werkstatt

Mit 17 macht sie ein Praktikum in der Werkstatt der BEST, daran schließt sich die Ausbildung als KFZ-Mechatronikerin an. Gut, auch wenn die leuchtenden Augen hinter jedem Müllwagen und der unbedinget Wunschberuf „Müllmann“ wohl eher ein Jungentraum ist, auch die heute 25-Jährige hat ihren Traumjob gefunden: „Mein Vater war Fernfahrer, schon als Kind war ich mit ihm unterwegs und wollte unbedingt KFZ-Mechatronikerin werden.“ Vor dreieinhalb Jahren dann der Umstieg – raus aus der Werkstatt und rein in die Fahrerkabinen der BEST. Denn auch wenn die Straßenkehrmaschine ihr Alltag ist, sie kann jeden der großen Wagen auf dem Betriebshof bewegen. Verständlich, dass auch der Vater stolz auf seine Tochter ist.

An Markttagen muss sie mit anpacken um die Überreste in den Müllwagen verschwinden zu lassen. Foto: Birgit Schweizer

Ausnahmen und Extrawürste, vielleicht gar, weil sie eine Frau ist? Die gäbe es nicht, sagt Einsatzleiter Michael Heitland von der BEST. „Wir achten natürlich darauf, wenn Kollegen bestimmte Arbeiten nicht ausüben können, weil sie körperlich dazu nicht in der Lage sind.“ Ein Frauenprivileg ist das jedoch nicht. „Das gilt selbstverständlich auch für Männer.“ Logisch, schließlich gibt es auch unter dem vermeintlich starken Geschlecht den ein oder anderen Vertreter, der seinem Rücken nicht mehr zu viel zumuten darf.

Allzu zimperlich dürfte man in dem Job unter vielen männlichen Kollegen jedoch nicht sein, sagt Anne Peterke. Das habe sie jedoch schon in der Ausbildung gelernt, „denn in der Werkstatt herrscht manchmal ein rauer Ton“. Doch wer sich darauf einlässt, der wird schnell respektiert.

Die Arbeit nach dem Markt

Einen anderen Arbeitsplatz kann Anne Peterke sich nicht vorstellen.

Und auch unter Freunden und Bekannten erregt ihr Job Neugierde – „gerade bei Männern“, so Anne Peterkes Erfahrung. Vielleicht auch das ein Folge der leuchtenden Kinderaugen und der Erinnerungen. „Eine Freundin wollte sogar unbedingt mal mitfahren“, erzählt die gebürtige Merseburgerin. An Rosenmontag war es dann soweit, gemeinsam mit Anne Peterke nahm die Freundin am Zug teil – wenn auch in ungewöhnlicher Form. „Sie war ganz überrascht, wie viel Dreck dann auf der Straße liegt, den wir aufkehren müssen“, erinnert sich die Fachfrau an das Erstaunen der Freundin. Für Anne Peterke gehört der Müll inzwischen zum Alltag. Gerade an Markttagen sind sie und die Kollegen gefordert. Dann muss sie ihren Platz in der Kehrmaschine zwischenzeitlich schon mal räumen – um die Innenstadt vom groben Dreck zu reinigen. Dann ist Handarbeit angesagt und wie alle männlichen Kollegen hievt sie dann die unansehnlichen, manchmal übel riechenden Überreste des Marktes in die Müllwagen. Irgendjemand muss das schließlich tun.

Von Matthias Düngelhoff



Kommentare
28.07.2012
17:05
Kämpferin gegen den Unrat in Bottrop
von stesocom | #1

Was soll dieser Artikel. Bekommt die Dame für ihr "Engagement" keinen Lohn? Unfassbar...

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