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Junge Flüchtlinge ziehen in WG auf dem Eigen

10.02.2016 | 18:57 Uhr
Junge Flüchtlinge ziehen in WG auf dem Eigen
Die acht Jugendlichen der Wohngruppe büffeln fleißig Deutsch mit Marion Iri (am Tisch). Katharina Siewert (l. am Fenster) und Kathrin Frese (daneben) hören zu.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Kinder- und Jugendhilfehaus FleX bildet Wohngruppen in Mehrfamilienhaus. Acht Jugendliche sind vor drei Wochen eingezogen. Sie büffeln fleißig Deutsch.

Im ganzen Haus riecht es nach frischer Farbe. Die Handwerker gehen hier noch ein und aus. Nur die linke Seite des Mehrfamilienhauses ist fertiggestellt, auf der rechten wird noch schwer gearbeitet. Links wird seit drei Wochen schon gewohnt. Das Kinder- und Jugendhilfehaus FleX (KJHH) hat hier acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen.

Schnelles Handeln sei gefragt gewesen, als im November ein Zuweisungsschlüssel für die Verteilung der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (im Amtsdeutsch: UMA) eingeführt wurde, berichtet Hermann Muss, Geschäftsführer von FleX. Die Eröffnung der Wohngruppe in einem Mehrfamilienhaus auf der Straße Am Limberg war die Antwort darauf. Die Organisation befindet sich damit in guter Gesellschaft mit Caritas und Diakonie, die ebenfalls minderjährige Flüchtlinge aufgenommen haben. Für Bottrop liegt der Schlüssel mittlerweile bei 85 minderjährigen Ausländern, die die Stadt unterbringen muss.

Leerstehendes Haus gemietet

Kurzfristig konnte FleX auf dem Eigen ein seit längerem leerstehendes Wohnhaus anmieten. Vor drei Wochen sind hier acht männliche Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren eingezogen. Einer der Jungen kommt aus Marokko, alle anderen aus Afghanistan und Syrien. Wenn die zweite Hälfte des Wohnhauses fertiggestellt ist, sollen hier vier junge Erwachsene in zwei kleine Wohnungen einziehen, um hier das selbstständige Leben zu trainieren. Auf der Straße könnten bei bedarf auch noch weitere Wohnungen angemietet werden. „Auf Dauer werden hier je zur Hälfte deutsche und ausländische Jugendliche leben“, betont Hermann Muss. „Im Moment sind wir noch im Krisenmodus.“ Die Mischung habe nämlich zum einen den Vorteil, dass die Ausländer schneller Deutsch lernen und die Deutschen Toleranz und Verständnis für die schwierige Lebenssituation der Flüchtlinge, betont der Einrichtungsleiter.

Betreut werden die Jugendlichen hier von einem sechsköpfigen pädagogischen Team, das von Kathrin Frese koordiniert wird. Regionalleiterin Katharina Siewert ist ebenfalls täglich mit vor Ort.

Freundlich begrüßt

Sie freut es besonders, dass die Wohngruppe von den Nachbarn freundlich begrüßt worden sei. Manche hätten besorgte Fragen gestellt, viele sich aber gefreut, dass leerstehende Wohnungen endlich wieder bezogen worden seien.

„Die Jugendlichen sind sehr, sehr wissbegierig und wollen sich integrieren“, sagt Muss. Derzeit erhalten sie zu Hause Deutschunterricht. Zur Schule gehen können sie noch nicht.

FleX (wie flexibele Hilfe) ist mittlerweile 20 Jahre alt. Die gemeinnützige GmbH, deren Mitgründer Muss war, hat ihren Hauptsitz seit 2001 in Bottrop und sucht nun Leute, die jungen Flüchtlingen Deutschunterricht geben können. Interessierte können sich bei Hermann Muss melden ( 02041/3729116).

Ute Hildebrand-Schute

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