Jugendliche tanzen einen Regenbogen

Orgel plus Tanz: Beim Festival „Orgel Plus“ gastierten die Kinder und Jugendlichen der Tanzschule Zurhausen in der zwei Mal ausverkauften Kulturkirche Heilig Kreuz.
Orgel plus Tanz: Beim Festival „Orgel Plus“ gastierten die Kinder und Jugendlichen der Tanzschule Zurhausen in der zwei Mal ausverkauften Kulturkirche Heilig Kreuz.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Festival „Orgel Plus“ erfreuen sich die Familienkonzerte besonders starker Nachfrage. Auch in diesem Jahr musste für die Aufführung der Ballettschule Zuhausen mit Andreas Fröhling an der Orgel ein Zusatztermin angeboten werden. Männlichen Tanz-Nachwuchs aber scheint es zumindest in Bottrop kaum zu geben.

Bottrop..  Was ist Tanz? Musik in rhythmische Bewegung umgesetzt. Dazu Licht, Farben, Bühne, Körper, Raum, Zeit. Ein Theater ohne Worte. In diesem Verständnis choreografierte Barbora Babkova von der renommierten Ballettschule Zurhausen ein rund 45-minütiges Stück in der Kulturkirche Heilig Kreuz.

Die Uraufführung fand gestern innerhalb des Festivals „Orgel Plus“ statt. Andreas Fröhling, Kreiskantor aus Gelsenkirchen, übernahm den Solo-Part (Schwerpunkt Musik von Johann Sebastian Bach) an den Tasten und Pedalen der Breil-Rensch-Orgel. Per Band wurde aber auch eine klavieristische Collage eingespielt.

Getanztes Märchen-Gemälde

Eine Malerin ist auf der Suche nach „der“ Farbe. Sie schafft sich einen Regenbogen. Doch dieser genügt ihr nicht. Sie zeigt sich verwirrt angesichts der Mixturen, die in ihrem getanzten Märchen-Gemälde entstehen – blaue, rote, violette, grüne, schwarze, orangefarbene Kostüme mischen sich mit dem Kleider-Weiß der Zauberin, die mit den Farben magische Kräfte entwickeln will. Ein großes weißes Tuch deckt schließlich am Ende diesen Regenbogen der Körper zu. Die Suche kann/muss von neuem beginnen… Soweit die kleine Geschichte der Handlung, die aber bei Barbora Babkova zur Nebensache gerät.

Männlicher Tanz-Nachwuchs fehlt

Wichtiger sind ihr die Grundthemen und -elemente des Balletts. Das Schweben, das Drehen, das Steigen, das Sinken, das Verdichten, das Auseinanderbrechen, das Kommen und der Abschied – ein ständiges Begegnen, ein Reigen der Sehnsucht mit den namenlosen Figuren findet statt.

Die Farben stehen für eine menschliche Individualität, auch der Emotionen, die sich aber – wie im wirklichen Leben – ständig mischen und neu einstellen. Barboras Babkova weiß, wie sie die jungen Talente belasten und herausfordern kann. Aber sie überfordert die Damen in den effektvoll arrangierten Bildern, in denen sie den gesamten Altarraum von Heilig Kreuz erobert, nicht. Musik, Körper und Licht bilden eine logische, harmonische und ästhetische Einheit.

Was, leider, auch hier wieder einmal auffällt: Wo bleibt der männliche Tanz-Nachwuchs? Kein einziger Jugendlicher wirkte mit. Er könnte eigentlich einen Kontrast zu der weiblichen Anmut bilden.

Gewinn für das Festival

Gleich zweimal wurde das „Farbenspiel“ als Ballett zur Orgelmusik am Freitag in Heilig Kreuz aufgeführt, so groß war das Interesse. Vor allem kamen viele junge Leute: ein Gewinn für das Festival „Orgel Plus“. Starker Beifall für die vielen Mitwirkenden.