Josef-Albers-Museum bietet Besuchern mit Demenz Führungen an

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In NRW leben 300 000 Menschen mit Demenz. Ihnen ein ganz normales Leben zu ermöglichen, ist Ziel des bundesweiten Projekts „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“. Das Lehmbruck-Museum möchte seinen Beitrag dazu leisten und andere RuhrKunstMuseen - dazu gehört auch das Bottroper Josef-Albers-Museum - dabei unterstützen, ein möglichst breites Führungsangebot zu etablieren.

Hierfür setzen die Initiatoren auf Netzwerktreffen von sozialen Einrichtungen wie Demenz-Servicezentren oder Alzheimergesellschaften und Kunstvermittlern. Das Bundesministerium für Familie fördert das Projekt für zwei Jahre. Bei einem ersten Treffen hörten rund 50 Kunstvermittler, Altenpfleger und Alzheimer-Selbsthilfegruppen Koordinatorin Sybille Kastner, als sie im Duisburger Lehmbruck Museum schilderte, was bei Führungen für Menschen mit Demenz zu beachten ist.

Zu den Museen, die bereits entsprechende Führungen anbieten gehören neben dem Bottroper Quadrat mit dem Josef-Albers-Museum auch das Kunstmuseum Bochum sowie das Kunstmuseum Mülheim in der alten Post. In den Startlöchern stehen das Museum Folkwang in Essen, die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Museum Schloss Moyland, das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm sowie das Emschertal-Museum in Herne. Außerdem denken die Kunsthalle Recklinghausen, die Flottmann-Hallen in Herne sowie das Kunstmuseum Gelsenkirchen über ein solches Angebot nach.

Nun möchte das Lehmbruck Museum seine Erkenntnisse mit anderen RuhrKunstMuseen teilen und vernetzt sie mit sozialen Partnern. „Der Kern des Projekts ist der Netzwerkgedanke. Der Austausch von zwei parallelen Netzwerken, die im Grunde schon existieren, das ist zum einen das Netzwerk der RuhrKunstMuseen, zum anderen das Netzwerk der sozialen Einrichtungen, die sich um Menschen mit Demenz kümmern. Diese sind jeweils untereinander gut vernetzt, aber bisher eben nicht miteinander“, erklärt Sybille Kastner.

Bis zum Jahr 2016 sollen in ganz Deutschland bis zu 500 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz” entstehen. Ziel des Bundesmodellprogramms ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten.