Jennifer aus Bottrop liebt’s gruselig - als Kassen-Kobold

Als Kobold arbeitet Jennifer Berger stets im Kassen- und Servicebereich. „Schließlich lieben Kobolde Gold - und natürlich Geld...“
Als Kobold arbeitet Jennifer Berger stets im Kassen- und Servicebereich. „Schließlich lieben Kobolde Gold - und natürlich Geld...“
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Mehrmals in der Woche schlüpft die gebürtige Amerikanerin in die Rolle eines Kobolds. Für sie ist das weit mehr als ein Nebenjob im Grusellabyrinth.

Bottrop.. Grün sind ihr Gesicht, Arme und Hände und spitz und schief die Ohren. Was wäre die Fantasiewelt ohne sie? Gleich vier Kobolde gibt es im Grusellabyrinth, die als gute Hausgeister an der Kasse und auch im Servicebereich die kleinen und großen Besucher umsorgen.

Ja, tatsächlich umsorgen. Denn so mancher, der kommt, um sich zu gruseln, den gruselt es zuvor so sehr, dass er den Schritt hinein ins dunkle Labyrinth dann doch nicht wagen möchte. „Und es ist dann unsere Aufgabe, diese Besucher aufzufangen und ihnen die Angst zu nehmen“, erzählt Jennifer Berger. Die 32-Jährige schlüpft mehrmals wöchentlich in die Rolle eines Kobolds und erfüllt sich damit einen Traum.

Im „normalen“ Leben arbeitet Jennifer Berger als Medizinische Fachangestellte, doch in ihrer Freizeit lebt sie mehrmals wöchentlich das Leben des Kobolds. Als „Glitter“ ist sie dann in ihrem Element, lebt ihre Leidenschaft aus, sich zu verkleiden und zu gruseln. Als gebürtige Amerikanerin ist Jennifer Berger natürlich mit Halloween aufgewachsen. „Und hier liegt sicher der Ursprung meines Faibles zum Gruseln“, meint die Essenerin und stellt klar: „In den USA ist Halloween weniger Party, es kommt auf die Atmosphäre an. Das Gruseln wird gelebt.“

Im Grusellabyrinth kann Jennifer Berger dies fernab von Halloween und Heimat tun. Als Kobold hat sie natürlich Geld und Glitter im Blick. Darum ist sie im Kassen- und Servicebereich sowie im „Finsterladen“ anzutreffen, um Eintrittsgelder entgegenzunehmen und Gruseliges wie Bluthandschuhe, Gebisse und Quietschratten zu verkaufen. „Wir Kobolde haben diesen Bereich des Grusellabyrinths übernommen und unter Kontrolle“, schmunzelt „Glitter“. Ein frecher Spruch geht ihr natürlich auch immer wieder über die Lippen, ohne rot zu werden. „Als Kobold darf man das“, meint sie mit einem schelmischen Grinsen. Sie sei ja schon selbstbewusst, aber als Kobold traue sie sich doch noch mehr als im normalen Leben.

Jennifer Berger spielt gern mit ihrer Rolle und nimmt sie mit in ihr „normales“ Leben. „Da fragte mich beispielsweise mal mein Neffe, warum ich grüne Ohren habe. Und anstatt ihm von den Problemen des Abschminkens zu erzählen, hab ich geantwortet: Ich bin ein Kobold!“

Die Rolle als „Glitter“ bringe viel Abwechslung in ihr Leben, Freunde und Familie unterstützen die Leidenschaft. „Und das Team im Grusellabyrinth ist inzwischen wie eine Familie für mich.“

Als ihre Schwester die Anzeige des Grusellabyrinths entdeckte, habe sie sofort die Idee gehabt, hier nicht einfach nur als Besucherin hinzugehen, sondern eine Stelle anzunehmen. Bei den Probearbeiten im Vorfeld habe sie die Verwandlung von der Waschkaue zum Grusellabyrinth miterlebt. „Jetzt ist es toll, in dieser Kulisse zu arbeiten. Und immer wenn ich in der Eingangshalle stehe und der Bilderrahmen zum Leben erwacht, kriege ich Gänsehaut.“