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Karneval

Jecken feiern Rosenmontag ohne Zug

08.02.2016 | 18:04 Uhr
Der Absage zum Trotz: Der traditionelle Rathaussturm mit dem amtierenden Stadtprinzenpaar Nicolai I und Yanina I. fand wie gewohnt statt.Foto: Winfried Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Morgens entscheidet sich das Festkomitee wegen der Unwetterwarnung zur Absage. Noch unklar ist, ob der Umzug im Laufe des Jahres nachgeholt wird.

Enttäuschung bei den Narren auf der Straße und im Festkomitee, um 9 Uhr fiel die Entscheidung, den Rosenmontagszug abzusagen. Zum ersten Mal seit 25 Jahren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Bottrop eine Unwetterwarnung herausgegeben und vor Windböen der Stärke neun gewarnt. Das Sicherheitskonzept des Zuges sieht vor, dass es ab Windstärke acht – vorhergesagt vom DWD – zu gefährlich wird. Daraufhin zog das Festkomitee als Veranstalter nach Rücksprache mit Polizei und Feuerwehr die Konsequenzen, schließlich haften dessen Mitglieder, wenn etwas passiert.

Viele Jecken entlang der Strecke haben – bei aller Enttäuschung, dafür Verständnis. „Sicherheit geht vor“, hört man im Gespräch fast häufiger als den obligatorischen Schlachtruf „Bottrop Helau!“ Es gibt aber auch andere Meinungen, zumal es während der eigentlich geplanten Zeit des Zuges verhältnismäßig windstill war, zwischenzeitlich gar die Sonne schien. Die Folge: Unverständnis und Kopfschütteln bei Manchen ob der Entscheidung. Andere wiederum feierten unverdrossen - vor und im ausverkauften Rathaus sowie in den Kneipen der Stadt.

Traurige Gesichter auch bei Familie Klaue-Konietzni, wollten sie doch eigentlich den Rosenmontagszug genießen. Stilecht verkleidet warten sie vor dem Rathaus und fragen: „Kann man so einen Zug eigentlich nachholen? Gute Frage, denn selbstverständlich hatte sich auch das Prinzenpaar „seinen“ Tag anders vorgestellt. Als Höhepunkt der Session wollten Nicolai I. und Yanina I. durch die Straße rollen. „Wenn der Zug nicht nachgeholt wird, fahren wir nächstes Jahr mit“, kündigt der Prinz dann auch schon an.

Rosenmontagzug abgesagt

„Wir haben ein Sicherheitskonzept, dahinter können wir nicht zurück“, sagt Marc-André Czysch. Der Vorsitzende des Festkomitees blickte aus dem Rathaus, wo die traditionelle große Party stieg, in den zuweilen blauen Himmel. Aber das habe man nicht ahnen können. Ob der Zug nachgeholt werden soll oder nicht - darüber gehen die Meinungen auseinander. Czysch: „Karneval ist für mich vom 11. 11. bis Aschermittwoch, dazwischen nicht. Claudia Adams, mit Hans-Günter Schuh ebenfalls im Festkomitee, sieht das etwas anders. „Wir sollten überlegen, ob der Zug nicht im Sommer zieht, das wäre zwar ungewöhnlich, aber warum nicht...“. Oberbürgermeister Bernd Tischler mischte sich auch in die Menge vor dem Rathaus. Dass in seinem Hansa-Center-Nothilfekoffer nur Schokolade war, enttäuschte sicher einige der Jugendlichen. Aber: Bottrop kann feiern, mit oder ohne Zug und Stoff.

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Jecken feiern Rosenmontag ohne Zug
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2016-02-08 18:04
Bottrop