In Bottrop begann die Serie des biederen Bankräubers

Gleich zwei Sparkassenfilialen in Bottrop überfiel der 54 Jahre alte Gelsenkirchener, der sich seit Dienstag vor dem Landgericht Essen wegen schweren Raubes verantworten muss. In Kirchhellen begann auch die Serie des bieder wirkenden Mannes.

Allein drei Überfälle hatte er zwischen dem 20. und 25. Februar verübt. Bei der ersten dieser Taten baute er sich um 15.50 Uhr vor dem Kassenschalter der Sparkasse in Essen-Karnap auf. Drei Menschen bedrohte er mit seiner Softairpistole, erbeutete 8080 Euro. Fünf Tage später kam er nach Bottrop. Um 11.17 Uhr betrat er die Filiale in der Boy an der Johannesstraße. Zwei Mitarbeiter bedrohte er mit seiner Spielzeugpistole.

Schnell ließ er sich aber von seinem Plan abbringen, als die Mitarbeiter ihm sagten, durch die automatische Sicherung kämen sie nicht so schnell an das Geld heran. Er verzichtete auf größeren Druck und suchte das Weite. Geld brauchte er dennoch. Um 11.40 Uhr suchte er erneut die Karnaper Filiale auf. 2825 Euro bekam er, nachdem er die Waffe gezeigt hatte.

Eine Öffentlichkeitsfahndung mit Bildern aus der Überwachungskamera brachte die Polizei schnell auf seine Spur. Als er festgenommen wurde, packte er sofort aus und überraschte die Vernehmungsbeamten. Denn die Serie war etwas größer, als sie bislang gedacht hatten. Tatsächlich begann sie schon am 22. Januar mit einem Überfall auf die Filiale in Kirchhellen am Johann-Breuker-Platz. Schon da hatte er seine Spielzeugpistole eingesetzt, so dass die Sparkassenmitarbeiter ihm 5000 Euro gaben.

Er will die Taten nur begangen haben, weil ihm das Geld fehlte. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er seinen Job verloren, Schulden drückte ihn. Da sei er losgezogen.