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Volkstrauertag

Im Zeichen der Hoffnung

15.11.2009 | 16:59 Uhr

Bottrop. Tristes Novemberwetter bot den Rahmen am Mahnmal im Stadtgarten. Der Sozialverband Deutschland und der Volksbund für Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatten zum Totengedenken am Volkstrauertag eingeladen.

In seiner Rede zum Volkstrauertag am Mahnmal im Stadtgarten hob Oberbürgermeister Bernd Tischler die Verantwortung hervor, mit der das Vergangene im Bewusstsein bleiben müsse, um ähnliches Unheil in der Zukunft zu verhindern. Foto, WAZ: Dirk Bannert

„Wir gedenken an diesem Tag denen, die im Krieg gestorben sind”, sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler. Für ihn ist es wichtig, am Volkstrauertag die Menschen zu würdigen, die ihr Leben im Krieg verloren haben. „Sie sollen nicht ohne Grund gestorben sein”, so Tischler. Damit mahnte er vor allem an, unter jenen, die den Krieg nicht selber mit erlebt haben, den Schrecken der damaligen Zeit wachzuhalten.

Verantwortung

Dass der Trauertag dabei Wirkung zeige, stellte Tischler im Hinblick auf das Verhältnis zu den Nachbarländern fest. „Wir arbeiten heute mit den Nachbarländern gut zusammen. Wir müssen Verantwortung übernehmen, damit sich so eine schreckliche Zeit nicht wiederholt”, sagte Tischler in seiner Rede vor dem mit Kränzen dekorierten Mahnmal im Stadtgarten.

Nachdem er seine Rede beendet hatte und der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop gespielt hatte, ergriff Pfarrerin Anke Büker-Mamy das Wort. „Unsere Gesellschaft orientiert sich zunehmend an Kosten und Nutzen. Wir müssen aber an der Menschlichkeit festhalten”, appellierte sie an die rund 50 Gäste. Sie habe oft das Gefühl, dass sie den Monat November, der unter dem Zeichen der Trauer steht, in seinem Dasein verteidigen müsse. Deshalb sei es wichtig, „dass wir uns gegen den Sog des Vergessens stellen”, sagte die Pfarrerin. Heute sei es besonders wichtig, derer zu gedenken, die Widerstand geleistet hätten, die Opfer von Gewalt oder verfolgt wurden, die im Krieg gefallen sind oder andere schlimme Schicksale erlitten hätten.

Stolpersteine

Dramatisch würden die Fälle wiegen, in denen die Familien nicht wissen, was seinerzeit mit ihren Angehörigen passiert ist und für die es keine Gräber gebe. „Es ist unsere Aufgabe an sie zu erinnern, damit sie nicht in Vergessenheit geraten”, erklärte die Pfarrerin. Nicht zuletzt deshalb hält sie die in Bottrop gesetzten Stolpersteine für einen wichtigen Ort, an dem getrauert werden könne. Sie erinnerte ausdrücklich an die in vielen Fälle der schwierigen Trauerverarbeitung.

Max Lazar

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