Im „rollenden Reisebüro“ fing alles an

Das Reisebüro Franz-Ludwig Conrady in Bottrop Eigen wurde ausgezeichnet mit dem Award "Reisebüro des Jahres 2015". Im Bild: Fran- Ludwig Conrady und Mitarbeiterin Susanne Biermann.
Das Reisebüro Franz-Ludwig Conrady in Bottrop Eigen wurde ausgezeichnet mit dem Award "Reisebüro des Jahres 2015". Im Bild: Fran- Ludwig Conrady und Mitarbeiterin Susanne Biermann.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Franz-Ludwig Conrady wurde von der Reisebürokooperation TSS mit dem Award „Reisebüro des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Seit fast 34 Jahren führt er sein Unternehmen im Eigen.

Bottrop.. Angefangen hat alles in einem gelb-orangenen Bus. Das ist fast 34 Jahre her, doch bis heute erzählt Franz-Ludwig Conrady gern die Geschichte von seinem Start ins Touristik-Geschäft. „Eigentlich wollte ich ja damals ein Ladenlokal für mein Reisebüro mieten, fand aber keines“, erzählt der Geschäftsmann schmunzelnd. „Also kaufte ich den Bus.“ Aus dem einst „rollenden Reisebüro“ wurde schnell ein etabliertes Reisebüro im Eigen. Für seine Erfolgsgeschichte wurde Ernst-Ludwig Conrady jetzt mit dem Award der Reisebürokooperation TSS ausgezeichnet und führt fortan das „Reisebüro des Jahres 2015“.

Geschäftsräume im Eigen

Das Gespür fürs Kaufmännische liegt dem Bottroper im Blut, schließlich stammt er aus einer alten Kaufmannsfamilie mit inzwischen über 100-jähriger Tradition. Und der Faible für Reisen und Gastronomie wurde einst durch intensive Jugendarbeit in der Gemeinde St. Peter geweckt. „Wir waren viel unterwegs, organisierten die Freizeiten mit gastronomischer Betreuung, Festen und Tanzabenden“, erinnert sich der inzwischen 65-Jährige. Dennoch ging’s nach dem Wirtschaftsabitur erst mal in eine klassische Ausbildung zum Bankkaufmann.

Doch die touristischen Ambitionen ließen ihn nicht los: 1974 stieg Conrady zunächst bei Urban-Reisen in Gladbeck ein, wechselte 1977 zu Alf-Reisen in Essen und wagte 1981 schließlich den Sprung in die Selbstständigkeit. „Ich wollte unbedingt im Eigen bleiben, aber hier gab es kein Ladenlokal“, erinnert sich Conrady. Also kaufte er den ausrangierten Linienbus der Oberhausener Verkehrsbetriebe, entkernte ihn komplett, bestückte ihn mit Schreibtischen, Sitzecke, Regalen und Telefon.

Ab 1. Oktober 1981 stand der Bus wochentags in der Einfahrt seines Hauses, an Wochenenden auf verschiedenen Plätzen in der Stadt - und das „rollende Reisebüro“ war schnell im Stadtgebiet bekannt. Sein Konzept war klar: Conrady wollte nicht nur ein Reisebüro führen sondern auch selbst als Veranstalter arbeiten. Doch der Anfang war hart und Conrady musste sein Gehalt zunächst mit nächtlichen Taxi- und Lkw-Fahrten aufbessern.

Bereits ein Jahr später zog er vom Bus in seine Geschäftsräume im Eigen - mit der Lotto-Annahme im Eingang. Und bis heute bietet er neben den Angeboten zuverlässiger - darauf legt Conrady Wert - Reiseveranstalter, Sonderreisen zu speziellen Hotels an, zu denen er persönlich seit Jahrzehnten Kontakte pflegt. Selbst gern auf Reisen, war er auch immer wieder inkognito unterwegs, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Fairness, Ehrlichkeit und die Erfüllung der persönlichen Wünsche der Kunden lagen Conrady stets am Herzen. Viele Stammkunden, die einst als Kinder mit ihren Eltern und nun mit den eigenen Kindern in sein Reisebüro kommen, wissen das zu schätzen. Und jetzt erhielt Franz-Ludwig Conrady für sein Konzept den Award. „Das kam total überraschend und ist eine große Ehre für mich und meine Mitarbeiter!“