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Familienbildungsstätte

Im Nähcafé genießen Frauen ihre Kreativität

01.03.2016 | 12:00 Uhr
Im Nähcafé genießen Frauen ihre Kreativität
Im Nähcafé der Katholischen Familienbildungsstätte genießen die Frauen drei Stunden Nähspaß ohne sich länger in einem Kurs binden zu müssen.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Handarbeitsmuffel tasten sich hier an Nähmaschine, Garn und Co. heran. Auftakt zu halbjährlichen Nähkursen in der Katholischen Familienbildungsstätte.

„Hast du meine Stecknadeln gesehen?“ - „Die mit den weißen Knöpfen?“ – buntes Garn, Stoffe in allen Farben und das Surren der Nähmaschinen begleitet einen am Samstag durch die Räume der Katholischen Familienbildungsstätte (FBS) am Pferdemarkt. Es ist wieder Nähcafé. Hier können alle Interessierten in die Welt des kreativen Nähens eintauchen – sich mit einer Nähmaschine vertraut machen, zu lange Jeans kürzen, einen Reißverschluss einnähen oder etwas ganz Eigenes schaffen – und das bei Kaffee und süßem Gebäck.

„Hier ist ein ganz toller kreativer Raum“, erzählt Angelika Friebe, Schneiderin und Leiterin des Schnupperangebots. Seit fünf Jahren gibt sie schon Nähkurse in der Bildungsstätte. „Wir haben hier immer neue Frauen mit dabei, aber auch alte Hasen.“ Mit Rat und Tat steht sie ihren „Mädels“ zur Seite und hilft, wo sie kann. „Wir wollen aber eine lockere Atmosphäre. Ich schreibe niemandem etwas vor und wenn jemand seine Bluse lieber auf links trägt, ist das auch völlig okay“, lacht sie. Angelika Friebes Rat ist hier ständig gefragt.

Claudia Kramer etwa braucht Hilfe bei ihre Hose. Sie ist das erste Mal dabei. „Ich habe das Gefühl, mir direkt das Schwerste ausgesucht zu haben“, scherzt sie. Sie will das Nähen ausprobieren, früher hat sie das nicht interessiert. „Meine Mutter hat viel genäht, aber ich war immer mehr für’s Grobe, wie Gartenarbeit. Aber ich hoffe, ich finde Spaß am Nähen. Ein toller Freizeitausgleich und etwas für sich selbst zu schaffen, ist eine tolle Idee.“

Schwieriges Projekt gewählt

Doch vor dem Wunsch auf eine maßgeschneiderte Hose steht einiges an Arbeit; da werden Hüfte, Taille und die Schrittlänge vorne und hinten ausgemessen und der Stoff ordentlich zurechtgeschnitten. „Man muss auf vieles achten, da lege ich oft auch selbst noch einmal mit Hand an“, meint Friebe und erklärt der Anfängerin das weitere Vorgehen. Abstecken, genau kontrollieren und dann langsam anfangen zu nähen – keine Arbeit für zwischendurch. Noch ist die Anfängerin etwas überfordert. „Sobald man ein Grundwissen hat, wird es bestimmt einfacher“, sagt sie überzeugt und wendet sich ihrem Werk zu.

Von dem Schnuppertag angefixt wurde sie von Arbeitskollegin Beatrix Jenczmionka. Sie ist schon ein richtiger Profi. Seit Jahrzehnten näht sie privat und seit drei Jahren auch regelmäßig in Friebes Kursen. „Ich habe mir noch nie etwas von der Mode vorschreiben lassen“, bekräftigt sie. „Die ganzen Schnitte, die mir nicht passen und die Farben, die mir nicht stehen. Das mach ich jetzt alles selbst.“

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2016-03-01 12:00
Bottrop