Im Einsatz für die Wasserqualität

Patrick Stein arbeitet als Klärwärter in der Kläranlage in Bottrop.
Patrick Stein arbeitet als Klärwärter in der Kläranlage in Bottrop.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Als Klärwärter muss sich Patrick Stein (27) in allen Bereichen der Kläranlage in der Welheimer Mark auskennen. Die Arbeit hält ihn buchstäblich in Bewegung.

Bottrop..  Maulwürfe hinterlassen ihre Spuren im Gras, Wasser rauscht, und die Faultürme glänzen vor blauem Himmel. Nahezu idyllisch zeigt sich das Arbeitsumfeld von Patrick Stein – wenn da nicht der etwas üble Geruch in der Nase wäre. „An den gewöhnt man sich aber“, meint der 27-Jährige. Seit drei Jahren ist er Klärwärter in der Kläranlage der Emschergenossenschaft.

Dass er mal in einer Kläranlage arbeiten würde, hat Patrick Stein zu Beginn seiner Ausbildung als Elektroniker (Fachrichtung Betriebstechnik) absolut nicht gedacht. „In Mathe, Physik und Chemie war ich immer gut“, so der gebürtige Essener. „Und ein Schreibtischjob wäre nie etwas für mich gewesen.“ So war die Ausbildung zum Elektroniker bei RWE nach dem Realschulabschluss genau das Richtige. Nach weiteren vier Jahren im Beruf ergab sich die Chance zum Wechsel. „Warum nicht in einer Kläranlage arbeiten?“, meint Stein schmunzelnd und begegnet allen Vorbehalten: „Die Arbeit ist zwingend notwendig und wichtig für die Wasserqualität. Und eine Kläranlage arbeitet mit modernster Technik, die Arbeit ist anspruchsvoll.“ Zudem sei er in seinem Job viel in Bewegung – halt mit dem Rad auf dem Gelände zwischen den verschiedenen Anlagen unterwegs. Der Arbeitsalltag sei abwechslungsreich: Als Klärwärter muss er sich in allen Bereichen auskennen wie Reinigung, Wartung und Instandsetzung von Rechenanlage, Vorklärung, Sandfang, Bewegungsbecken und Räumer. Regelmäßig gilt es Proben aus den Klärbecken zu nehmen. „Zur Arbeit gehört viel Routine, dennoch verläuft kein Tag wie der andere“, so Stein. „Es gibt immer wieder neue Projekte.“

Und immer wieder gebe es auch Störungen, etwa am Rechen. Natürlich sei er dazu da, das Abwasser zunächst grob zu reinigen: WC-Papier, Hygieneartikel, Plastikfolien, Handys, Laub, Steine – all das bleibt hier hängen. „Aber mitunter verfangen sich auch dicke Äste, die dann die mechanische Reinigungsstufe blockieren und entfernt werden müssen.“ Schlimm seien jedoch die Wattestäbchen, sagt der Klärwärter mit Blick in eines der so genannten Belebungsbecken. „Die gehen durch alle Klärstufen durch, sind nicht aufzuhalten und strömen mit dem geklärten Wasser zurück in den Fluss.“

Überhaupt sei es unglaublich zu sehen, was mit dem Abwasser in der Kläranlage ankommt. „Man kennt es doch von der Oma, die die Essensreste über die Toilette entsorgt hat“, meint Stein. Und auch heute noch gelte in viel zu vielen Haushalten die Devise: Aus den Augen, aus dem Sinn. Und natürlich gebe es mitunter Anfragen nach Fundsachen: „Da erkundigte sich mal jemand, ob wir seinen Ehering gefunden haben, den er aus Wut in die Toilette geworfen habe“, erinnert sich Stein. „Da mussten wir jedoch passen. Einen zufällig entdeckten Personalausweis dagegen konnten wir an den Inhaber zurückgeben.“