Im Dialog mit der Jugend
14.04.2010 | 19:19 Uhr 2010-04-14T19:19:00+0200
Bottrop. Jochen Stemplewski, Chef der Emschergenossenschaft und des Lippeverbands, traf sich mit 60 jungen Leuten und machte ihnen Mut, den Berufswunsch nach den eigenen, besten Fähigkeiten auszurichten und weniger am Einkommen.
Als wertvollen Tipp für ihre Bewerbungsunterlagen konnten die 60 Gymnasiasten schon einmal dieses notieren: Arbeitgeber und Personalchefs achten heute sehr darauf, welche außerschulischen Aktivitäten ein junger Mensch betreibt. „Denn sie suchen nach Hinweisen, ob die betreffende Person es gelernt hat, mit anderen Menschen umzugehen, ob bereits Erfahrung in der Leitung von Gruppen besteht oder welche sozialen Kompetenzen jemand besitzt“, verriet Dr. Jochen Stemplewski. Der 61-Jährige - soeben zum „Bürger des Ruhrgebiets“ gewählt - stieg in den „Dialog mit der Jugend“ ein, eine inzwischen seit 13 Jahren laufende Reihe des Initiativkreises Ruhr. Stemplewski hatte dazu die große Kläranlage Bottrop in der Welheimer Mark als Treffpunkt gewählt.
Der Manager - dessen Ziel nicht Gewinnmaximierung, sondern Ver- und Entsorgungssicherheit in der Wasserwirtschaft heißt - versuchte den Schülern aus drei Gymnasien in Herne, Essen und Marl am eigenen Beispiel zu verdeutlichen, dass sich die Berufswahl nicht ausschließlich am Geldverdienen orientieren müsse. Vielmehr könne auch heute noch der Maßstab der „Glaube an das sein, was man am besten kann und gerne macht“. Ihn selbst habe diese Haltung ins Jurastudium geführt, auch um anschließend eine gewisse Bandbreite an Tätigkeiten zur Auswahl zu haben.
Und wie aus dem Nähkästchen plauderte Stemplewski dann über seine Zeit als Verwaltungsrichter, beim Kommunalverband, in der Kreisverwaltung, als Oberstadtdirektor in Hamm und schließlich seit 1992 beim Vorstand von Emschergenossenschaft und Lippeverband. - Was Führungskräfte am Ende ausmache? „Sicherlich Fachwissen, aber das ist nicht allein entscheidend. Kennzeichnend ist, dass die meisten ein gewisses gesellschaftliches und politisches Interesse besitzen.“
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