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Flüchtlingskrise

Im Bottroper Saalbau stapeln sich Matratzen

29.12.2015 | 18:08 Uhr
Im Bottroper Saalbau stapeln sich Matratzen
Im Saalbau in Bottrop stapeln sich Matratzen und Lattenroste fast bis unter die Decke.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Handwerker bauen Duschen und Toiletten ein. Anfang des neuen Jahres ziehen dann die ersten Flüchtlinge in den früheren Bürgertreff

Matratzen stapeln sich im Saalbau fast bis unter die Decke. Daneben liegen aufeinander geschichtet Lattenroste für die vielen Betten parat, die die Stadt zu Beginn des neuen Jahres in die zentrale Veranstaltungshalle stellen wird. Um die 400 Flüchtlinge will die Stadt im Saalbau direkt neben dem historischen Rathaus zunächst einmal unterbringen. Bis zu 600 Menschen hätten darin Platz.

„Wir müssen handeln. Die Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf“, sagte SPD-Ratsfrau Renate Palberg vor kurzem, als der zuständige Sozialausschuss des Rates mit großer Mehrheit die Entscheidung für die Freigabe des Saalbaus als Flüchtlingsheim traf. Die Vorsitzende des Sozialausschusses erklärt unermüdlich die Haltung des Rates. „Für den Saalbau gibt es viele sachliche Gründe“, betonte sie zum Beispiel auch in einem Interview mit der Zeitung „Wir in Bottrop“. Denn ohne die Nutzung des sonst zumeist ja leeren Baus müsste die Stadt drei oder vier Sporthallen mit Flüchtlingen belegen. Das hatte Sozialdezernent Willi Loeven früh klar gemacht. Linie aller Parteien im Rat ist aber, in der Flüchtlingskrise die Bürger in ihrem Alltag so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Die Bühne ist abgebaut

Noch sind die Haupteingänge des Saalbaus geschlossen. Doch die Mitarbeiter einer Sanitärfirma haben über die Seitentüren auf der Seite zum Rathaushof Zutritt. Im Untergeschoss des Saalbaus sollen sie ja sanitäre Einrichtungen schaffen. Im großen Saal ist die Bühne mittlerweile abgebaut. Nur die Metallkonstruktion ihres Unterbaus liegt noch da. Die Büros und Künstlergaderoben neben dem großen Saal sind bis auf wenige Stapel mit Stühlen leer geräumt. In den Seitentrakt sollen auf Zeit ja Mütter mit Kindern einziehen.

Knapp über 1400 Flüchtlinge werden bis zum Jahresende in Bottrop angekommen sein. Das zumindest hat Sozialamtsleiter Peter Sommer geschätzt. 20 bis 25 wurden noch unmittelbar vor Weihnachten erwartet. Über die Feiertage bis zum Beginn des neuen Jahres hatte das Land ja einen Zuweisungsstop angekündigt. Das hat der Stadt eine kurze Atempause verschafft, denn auch die Turnhalle an der Paßstraße, die die Stadt erst kürzlich für Flüchtlingen bereit gestellt hat, ist mittlerweile belegt. „In der ersten Kalenderwoche haben wir wohl noch genügend Plätze, bis dann der Saalbau genutzt werden kann“, hatte Sommer erklärt. Gleich in der ersten Woche des neuen Jahres sollen die ersten Flüchtlinge darin einziehen. Bis es soweit ist, haben die Handwerker im Saalbau noch viel zu tun.

Norbert Jänecke

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Im Bottroper Saalbau stapeln sich Matratzen
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2015-12-29 18:08
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