IHK will für Ausbildung werben

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Was wir bereits wissen
Unternehmen wollen Alternative zum Studium stärker herausstellen. Wirtschaft ist vorsichtig optimistisch für 2015. In der Region hofft sie auf A-52-Ausbau.

Bottrop..  „Zuversichtlich, aber ohne große Wachstumserwartungen“ – so geht die regionale Wirtschaft ins neue Jahr. „Es gibt keine Anzeichen für einen kräftigen Konjunkturimpuls, aber auch keinen Grund, die wirtschaftliche Entwicklung schlecht zu reden“, sagt Benedikt Hüffer. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, zu der auch Bottrop gehört, betont: „Wir befinden uns weiterhin auf einem hohen Niveau.“ Das werde gern vergessen, durch die ersten Ergebnisse der derzeit laufenden IHK-Konjunkturumfrage jedoch erneut bestätigt.

Mit Blick auf die Emscher-Lippe-Region hat die IHK vor allem die Energiewende im Fokus. Sei doch die Region davon besonders betroffen: „Hier bestehen enge Verbünde zwischen Energieerzeugern und -verbrauchern in der Industrie, die durch die bisherige Umsetzung der Wende aufzubrechen drohen“, erläutert der Hauptgeschäftsführer. der IHK, Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Wichtig sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht zu gefährden, also eine sichere Stromversorgung zu bezahlbaren Preisen sicherzustellen.

Somit werde das vom Land geförderte Aktionsprogramm „Umbau 21 Emscher-Lippe“, das 2015 startet, immer wichtiger für den Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet. „Wir brauchen hier mehr kleine und mittelständische Unternehmen. Deshalb wollen wir die Existenzgründung von Hochschulabsolventen stärker fördern.“

Daueraufgabe der IHK bleibe es, die betriebliche Aus- und Weiterbildung als gleichwertige und attraktive Alternative zum Studium zu vermitteln. „Ansonsten gehen gerade kleinen und mittelständischen Betrieben die Fachkräfte aus.“ Dafür wolle die IHK 2015 bei der Berufsorientierung neue Wege gehen.

In der Emscher-Lippe-Region komme erschwerend die Umbruchsituation der Energiebranche mit dem Ende des Bergbaus hinzu. Diese Entwicklung schlage sich dann jetzt auch in der Ausbildungsstatistik der IHK nieder. So lag die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse Ende November mit 9767 Verträgen um fast sieben Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Beim Blick auf die Verkehrsinfrastruktur ist für die IHK in dieser Region die A52-Debatte interessant. Mit Einleitung des Planfestellungsverfahrens für das Stück von der Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck bis zum Dreieck Essen/Gladbeck bleibe die Frage, wie es mit dem Abschnitt in Gladbeck weitergeht. Mit Spannung erwartet die IHK deshalb die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans.