IGBCE setzt auf die Zukunft

IG BCE-Bezirksleiter Thomas Steinberg begrüßt die Gäste des Neujahrsempfangs – und sang mit dem Jugendchor „Pro Prosper“ das Steigerlied.
IG BCE-Bezirksleiter Thomas Steinberg begrüßt die Gäste des Neujahrsempfangs – und sang mit dem Jugendchor „Pro Prosper“ das Steigerlied.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
650 Gäste beim Neujahrsempfang des IG BCE-Bezirks Gelsenkirchen. Nach dem Bergbau-Ende sollen jährlich 50 Millionen Euro aus der RAG-Stiftung für Kunst, Kultur und Bildung in die Region fließen.

Bottrop/Gladbeck/Gelsenkirchen..  „Glück auf, Zukunft!“ – Das gab Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, den Gästen angesichts des näher rückenden Endes des Bergbaus mit auf den Weg für das neue Jahr. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) des Bezirks Gelsenkirchen beging mit Vertretern aus Gladbeck, Gelsenkirchen, Bottrop und Essen ihren traditionellen Neujahrsempfang im Bottroper Saalbau.

Rund 650 Vertreter der Ortsgruppen, Betriebsräte und Repräsentanten aus Unternehmen und der Politik versammelten sich zum 12. Mal, um gemeinsam einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen und Wünsche und Erwartungen für 2015 zu formulieren. In seiner Neujahrsansprache hob Müller die positive Stellung der Gewerkschaften in Deutschland hervor und lobte ihre Politik. Allerdings kritisierte er die Streiks des vergangenen Jahres, die „das gesellschaftliche Leben störten und der Reputation der Arbeiterbewegung schadeten“. Außerdem kündigte er an, dass nach dem Bergbauschluss 2018 jährlich eine Summe von 50 Millionen Euro aus dem Gewinn der RAG-Stiftung für Kunst, Kultur und Bildung in der Region eingesetzt werden soll: „Es ist wichtig zu zeigen, dass der Bergbau nicht nur Probleme, sondern auch Reichtum für die Menschen hinterlässt.“

OB Bernd Tischler sprach ebenfalls über die Entwicklungen im Bergbau. „2014 sind 3000 Stellen im RAG-Konzern entfallen; die letzten 103 Azubis auf Prosper-Haniel werden sich nach der Ausbildung beruflich anders orientieren müssen“, so Tischler. „Dennoch haben wir viel geschafft: Wir haben die Hochschule in Bottrop angesiedelt und den klimagerechten Stadtumbau umgesetzt. Diese Entwicklungen unterstützen auch Gladbeck und Gelsenkirchen mit ihren Plänen für den Klimaschutz.“

Schulterschluss der Akteure der Region

Für 2015 wünscht Bernd Tischler sich einen Schulterschluss der Akteure in der Region. IG BCE-Bezirksleiter Thomas Steinberg freute sich besonders über die 300 jungen Leute, die bezirksweit ihre Ausbildung begonnen haben. „Von ihnen sind 285 Mitglieder geworden“, bilanzierte er.

Immer wieder war der Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo Thema bei den Rednern. Unisono machten sie ihre Solidarität mit den Franzosen deutlich und verurteilten das Attentat. Thomas Steinberg distanzierte sich außerdem klar von der Pegida-Bewegung und betonte, dass Extremismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in der IG BCE hätten.

Am Ende der Veranstaltung sorgte der Kabarettist Hagen Rether zugleich für Lacher und Nachdenklichkeit, als er die Einwanderungspolitik der Regierung aufs Korn nahm und etwa die Massentierhaltung kritisierte. Für Musik sorgten die Bergkapelle Prosper Haniel und der Jugendchor „Pro Prosper“.