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DGB-Empfang

IG-Bau-Chef: Keine Schlupflöcher beim Mindestlohn

09.01.2016 | 07:00 Uhr
IG-Bau-Chef: Keine Schlupflöcher beim Mindestlohn
Die Gladbecker Stadthalle war voll. Der DGB-Bezirk Emscher-Lippe hatte zum Neujahrsempfang in die Nachbarstadt geladenFoto: Christoph Wojtyczka

Gladbeck / Bottrop.  DGB-Empfang in Gladbeck – mehrere hundert Gewerkschafter aus der ganzen Region kamen in die dortige Stadthalle, um den IG-Bau-Chef reden zu hören.

Beim DGB-Neujahrsempfang in der Gladbecker Stadthalle zeigten die Gewerkschafter aus der Region am Freitagabend eindrucksvoll Flagge. Hauptredner des Abends: der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), Robert Feiger.

Flüchtlinge, Rente, Leiharbeit, Werkverträge und Mitbestimmung – in seiner Rede ging der Gewerkschaftschef auf viele aktuelle Themen ein und formulierte mit Blick auf den seit einem Jahr gültigen Mindestlohn von 8,50 Euro eine zentrale Forderung: „Wir werden und als Gewerkschafter dafür einsetzen, dass der Mindestlohn kräftig steigt.“

Feiger gehört der Mindestlohnkommission an, die darüber zu entscheiden hat. Der Mindestlohn dürfe zugleich kein Flickenteppich werden, ergänzte der IG-Bau-Chef, der zum Beispiel Ausnahmen für Flüchtlinge eine klare Absage erteilte. Solche Ausnahmen dürfe es nicht geben, das sei Lohndrückerei.

Zudem gelte es, alle Schlupflöcher zu stopfen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit müsse auf insgesamt 10 000 Stellen aufgestockt werden.

Die Schließungspläne für den Gelsenkirchener Vaillant-Standort verurteilte Feiger deutlich: „Es ist eine riesige Schweinerei, was die Chefs von Vaillant vorhaben. Da schreibt ein Unternehmen schwarze Zahlen, aber das Management bekommt den Hals nicht voll.“ Der Standort müsse erhalten bleiben, IG Bau und DGB stünden an der Seite der Belegschaft.

„Es lohnt sich, zu kämpfen“

Ob Wohnungsbau („450 000 neue Wohnungen sind im Jahr nötig“) oder Leiharbeit („Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“) – Robert Feiger ließ bei seinem Auftritt in Gladbeck kaum einen Aspekt der aktuellen, sozialpolitischen Diskussion aus und setzte einen motivierenden Schlusspunkt: „Verbesserungen lassen sich nicht herbeizaubern, sondern sie müssen erstritten werden. Es lohnt sich, für sie zu kämpfen!“

Bürgermeister aus der Region, Landes- und Bundespolitiker zählten zu den Gästen des DGB-Empfangs, die von Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker begrüßt wurden. Auch Hülsdünker sprach sich gegen jede Ausnahme beim Mindestlohn aus und forderte eine quantitativ und qualitativ bessere betriebliche Ausbildung.

Kabarett, Live-Musik, Gespräche

Auch eine Rede von Vaillant-Betriebsratschefin Jasmin Rosenau, ein Grußwort von Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland, Kabarett mit Lisa Feller und Live-Musik der Gruppe „Soma“ zählten zum mehrstündigen Programm, von vielen Gesprächen begleitet.

Die Vaillant-Betriebsratschefin kündigte einen weiteren entschlossenen Widerstand gegen die Schließung des Werks in Gelsenkirchen an und bedankte sich für die Solidarität der Emscher-Lippe-Region.

Michael Bresgott

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2016-01-09 07:00
Bottrop