Hut ab vor witziger Rock-Revue übers Altern

Die Band „No Notes" steht in der ausverkauften Aula Welheim auf der Bühne und präsentiert „Wintersemester - eine musikalische Lesung rund ums Älterwerden“. Hier spielen die Band gerade den Song "Chips-Diät".
Die Band „No Notes" steht in der ausverkauften Aula Welheim auf der Bühne und präsentiert „Wintersemester - eine musikalische Lesung rund ums Älterwerden“. Hier spielen die Band gerade den Song "Chips-Diät".
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Band No Notes erntet bei ihrem Comeback in der Aula Welheim für ihren Mix aus Konzert und Theater ums Älterwerden stehende Ovationen von 300 Fans.

Bottrop..  Älter werden ist nicht schwer? Die Bottroper Kultband „No Notes“ feierte mit ihrem Auftritt in der Aula Welheim ein fulminantes Comeback auf der Bühne. „Ich glaube nicht, dass jemand in unserem Alter noch ohne Hut aus dem Haus geht“ – der Witz auf dem Flyer, mit dem die Band für ihre Revue „Wintersemester“ warb, verwandelte die Aula in ein Meer aus Hüten in allen Farben und Formen.

Gute Stimmung und über 300 voll besetzte Plätze kündigten einen starken Auftritt an. Die Bottroper Kultband „No Notes“ lud zum großen Wiedersehen ein. „Wir wollten etwas komplett Neues machen“, lässt die Band kurz vor der Show wissen. Mit der Unterstützung ihres Freundes Christoph Ostgathe stellten die Band-Mitglieder einen Mix aus Theater und Rockkonzert auf die Beine. Das große Thema dabei: Älter werden.

Knappe drei Stunden verwandelte sich die Aula dafür in einen Hörsaal, bei dem satirisch durch die Vorlesungen geleitet wurde. Gute deutsche Rockmusik traf hier auf lustige Geschichten rund um den Drang, jung zu bleiben und was passiert, wenn man sich eingestehen muss, dass man älter wird und nicht mehr mithalten kann. „Wir thematisieren den Prozess des Alterns bis hin zum Tod, nehmen uns dabei aber nicht allzu ernst“, betonte Ostgathe.

Die Entwicklung des Stückes dauerte ganze zweieinhalb Jahre. Idee und Liedtexte stammen aus der Feder von Ostgathe, die Band vertonte die Songs im Anschluss. „Wir haben uns vollends darauf konzentriert und haben deshalb keine Konzerte mehr gegeben“, erklärt Gitarrist Michael Terschluse. Jedes Bandmitglied mimte einen Dozenten, die über Ernährung und das Jung bleiben im Alter philosophierten, abgeschlossen von einem Song. „Die Musik steht im Vordergrund“, betonte auch Keyboarder Ralf Forreiter.

Das voll besetzte Haus dankte den Künstlern mit tosendem Applaus, Gelächter, zuckenden Beinen und stehenden Ovationen. Doch nach dem Stück war das Semester noch nicht vorbei; mit einer „After-Show-Party“ belohnten sich Besucher und Band für drei Stunden entspanntes Älterwerden. Trotz großer Nachfrage war es für die Band die vorerst einzige und letzte Vorstellung des Stückes. „Wenn plötzlich einer mit einem Vertrag vor der Tür steht, überlegen wir es uns vielleicht noch einmal“, schmunzelten die Freunde.