Hunderte wandern in Schutzkleidung auf Bottroper Halde

Fast ein unwirkliches Bild: 220 Statisten beim Weg zum Plateau der Halde Haniel, wo der der Künstler Julian Rosefeldt Szenen für seine neueste Produktion drehte, die im August Premiere bei der Ruhrtriennale hat.
Fast ein unwirkliches Bild: 220 Statisten beim Weg zum Plateau der Halde Haniel, wo der der Künstler Julian Rosefeldt Szenen für seine neueste Produktion drehte, die im August Premiere bei der Ruhrtriennale hat.
Foto: Ruhrtriennale
Was wir bereits wissen
220 Statisten in Reinraumanzügen bevölkern die Halde Haniel. Das Filmprojekt von Künstler Julian Rosefeldt wird bei Ruhrtriennale im August gezeigt.

Bottrop.. Ein ungewöhnliches Bild: Hunderte Menschen in weißen Schutzanzügen wandern fast ameisenartig von einer kleinen Zeltstadt auf den Gipfel der Halde Haniel. Eine Drohne schwebt über der unwirklichen Szenerie vor der Bergspitze. Auf Außenstehende könnte der Ablauf fast beängstigend wirken, doch Grund zur Sorge gibt es nicht: Komparsen der Ruhrtriennale begeben sich für ein Filmprojekt auf den künstlichen Berg.

Die Schöpfung nach Haydn

Im Vorfeld der Aktion suchten die Organisatoren der Festivals mit dem international bekannten Filmkünstler Julian Rosefeldt interessierte Statisten - insgesamt 500. Tatsächlich folgen jetzt 220 Laienschauspieler dem Ruf auf den Berg: „Die Künstler und wir sind insgesamt sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagt Triennale-Sprecherin Sarah Beer. Vorbereitet sind die Verantwortlichen unterdessen gut: Lange vor Drehbeginn steht auf dem Gipfel bereits eine komplette Zeltstadt mit entsprechender Ausrüstung.

Gedreht werden dann Aufnahmen für das bisher noch unter dem Arbeitstitel „The Creation“ laufende Filmprojekt, das Julian Rosefeldt für die Ruhrtriennale inszeniert. Der Name lehnt sich dabei an das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn an, zu dessen Aufführung auch die fertige Filminstallation präsentiert wird. Der in Berlin lebende Rosefeldt legt seine Werke meist als panoramaartige, aufwändig inszenierte Mehrkanalinstallationen an.

Eine Flugdrohne macht die Aufnahmen aus der Vogelperspektive

Wie sein aktuelles Werk technisch umgesetzt wird, will der Künstler noch nicht verraten. Dass aber auch die in Bottrop vor der eindrucksvollen Halden-Kulisse entstandenen Bilder spektakulär sein werden, kann allerdings schon als sicher gelten: Eine Flugdrohne macht die meisten Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Die Halde ist nicht der einzige Drehort. Das Team um Rosefeldt hat zuvor bereits in Marokko gefilmt. In den weltbekannten Atlas Studios, in denen schon berühmte Filmreihen wie „Krieg der Sterne“ entstanden, drehte man ein Wüstenszenario.

Das wird die Dreharbeiten ergänzen, die gerade in Bottrop und in anderen Teilen des Reviers entstehen. Das Szenario, das am Ende die Filminstallation prägt, wird sich dem sogenannten „Anthropozän“ widmen, dem Zeitalter, in dem der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf der Erde wird.

Die Produktion wird am 28. August in der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord in Duisburg Premiere haben. „Wir wollen, dass die Geschichte eine echte Überraschung wird“, sagt der Künstler. So viel sei aber verraten: Es wird eine ganz besondere Entdeckungsreise werden.