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Hohe Hürde vor Fördertöpfen

26.01.2016 | 18:41 Uhr
Hohe Hürde vor Fördertöpfen
Die Sanierung solcher Häuser in der Rheinbabensiedlung ist mit strikten Vorgaben verbunden.Foto: Korte

Umweltministerium fördert Sanierung und Nahwärme-Netze auf dem Eigen. Doch Hausbesitzer müssen alle Maßnahmen als Gesamtpaket durchführen

Zwei Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung, davon sollen in der Rheinbabensiedlung Nahwärmenetze entstehen. Das bedeutet, dass sich Hausbesitzer zusammenschließen sollen und gemeinsam eine Kraft-Wärme-Anlage, ein Klein-Blockheizkraftwerk (BHWK), anschaffen sollen, die dann mehrere Häuser mit Strom und Wärme versorgt.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte und auch schon in der Bezirksvertretung Süd beschrieb Alexandro Hugenberg vom Stadtplanungsamt das gesamte Projekt als „ambitioniert“. Denn die Hürden für die Eigentümer, die Fördergelder auch tatsächlich zu erhalten, sind hoch. So können nur zusammenhängende Wohneinheiten oder Ensembles gefördert werden. Deren Besitzer müssen zum einen ein BHKW bauen, zum anderen aber auch ihr Gebäude energetisch sanieren. Die Förderung von nur einem dieser Bausteine ist nicht möglich. Eine Sanierung mithilfe von Fördermitteln aus diesem Topf ist daher nur als Gesamtpaket möglich

Damit steigen die Kosten für die Baumaßnahmen an jedem einzelnen Objekt. Schließlich steht die Siedlung in weiten Teilen unter Denkmalschutz. Denn das Programm fördert nur Projekte, die von bundesweiter Bedeutung sind. Eine energetische Sanierung einer denkmalgeschützten Siedlung hat einen solchen Vorbildcharakter.

Den gilt es aber wissenschaftlich zu dokumentieren und zu belegen. Das kostet Geld, das aus dem Projekttopf genommen werden muss. Hugenberg spricht in dem Zusammenhang von „Overhead-Kosten“. Diese indirekten Kosten müssen auch bezahlt werden, so dass am Ende etwa die Hälfte für die tatsächlichen Baumaßnahmen in der Siedlung übrig blieben, so Hugenberg auf Nachfrage von Grünen-Vertreter Stephan Voßschmidt.

Gleichzeitig strebt die Stadt für die Hausbesitzer eine Förderquote von 60 Prozent an. Denn die Kosten für eine solche Maßnahme seien hoch, sagt Hugenberg. Deshalb erhalten diejenigen, die sich entschließen daran teilzunehmen, auch einen Pauschalbetrag, weil eben nicht mehr so einfach auseinander zu halten sei, welche Einzelmaßnahme nun wie viel koste.

Grundlagen schaffen

Trotzdem: „Jemanden zu finden, der so viel Geld in die Hand nimmt, ist schwierig“, das räumte auch Hugenberg gegenüber den Bezirksvertretern ein. Deshalb schaffe das Planungsamt aktuell die Grundlage für das Projekt. Geplant sei eine Auftaktveranstaltung, um alle Hausbesitzer in dem Bereich anzusprechen und zu informieren. Doch damit nicht genug. Gefördert wird in dem Paket auch ein entsprechender Projektleiter und Mitarbeiter, der den Anwohnern als Ansprechpartner parat steht.

Matthias Düngelhoff

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2016-01-26 18:41
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