Hochschule zeigt sich familienfreundlich

Foto: HRW
Was wir bereits wissen
Mit dem neuen Eltern-Kind-Raum will die HRW die Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf fördern: Studierende und Beschäftigte können so Betreuungsengpässe umgehen

Bottrop..  Vergnügt wippt der kleine Mats (fünf Monate) auf dem Spieleteppich hin und her – das Motiv, ein gewundener Straßenzug durch eine Grünlandschaft – scheint ihn brennend zu interessieren. „Ich bin froh, den Eltern-Kind-Raum im Notfall nutzen zu können“, sagt Mark Helmke, Vater des Kindes und Student an der HRW. Augenscheinlich gefällt auch Mats der neue Raum: Hier gibt es neben dem Spieleteppich allerlei Gesellschaftsspiele, Puzzle, Bauklötze und Bücher. Für die Eltern steht ein Arbeitsplatz mit W-Lan bereit.

Notfallbetreuung

Am Mittwoch wurde der Eltern-Kind-Raum (Raum 03.001 im Erdgeschoss) offiziell eröffnet. HRW-Präsident Prof. Dr. Eberhard Menzel ist zufrieden: „Ich freue mich, dass wir einen weiterer Schritt Richtung Familienfreundlichkeit an der HRW gegangen sind. Studierende und Beschäftigte mit Kind sollen bei der Vereinbarkeit von Studium, Familie und Beruf unterstützt werden“, sagt er. „Auch im Wettbewerb um die besten Köpfe ist das ein zunehmend wichtiger Faktor“, fügt er hinzu, um die Bedeutung des Raums für die gesamte Hochschule zu betonen. Künftig können Studierende und Beschäftigte das Angebot als Wickel-, Still-, Spiel- und Arbeitsraum nutzen.

Zur Einweihung ist auch Ulf Bullerdiek gekommen. Der Vorsitzende des Studierendenparlaments ist ein potentieller Nutzer des Raums, ist er doch Vater einer sechsjährigen Tochter. Er begrüßt das familienfreundliche Konzept der Hochschule: „Ich selbst war zwar noch nicht in der Bredouille, meine Tochter mangels Betreuung mit in die Hochschule bringen zu müssen. Aber das Wissen, dass ich im Notfall eine Vorlesung oder eine Prüfung nicht verpassen muss, sondern meine Tochter mitbringen kann, ist eine große Erleichterung“.

Bullerdiek kennt mehrere Kommilitonen mit Kindern, die die Betreuungsräume an der Mellinghofer Straße am HRW-Standort Mülheim nutzen. „Es ist aber wichtig, dass wir an jedem Standort einen Raum haben“, betont er, also in Mülheim und in Bottrop. Nur so sei die nötige Flexibilität gewährleistet. Immerhin haben durchschnittlich fünf Prozent der Studierenden der HRW ein Kind – das macht allein am Campus Bottrop etwa 40 Eltern.

Steigender Bedarf

„Der Bedarf an einer Betreuungsmöglichkeit im Notfall wird immer größer“, berichtet Birgit Weustermann, Gleichstellungsbeauftragte der HRW. Das liege auch an der jungen Belegschaft. „In der Vergangenheit haben sich mehrfach Studierende mit der Bitte an uns gewandt, einen Eltern-Kind-Raum einzurichten“, erklärt sie Schließlich könne immer eine Betreuungslücke entstehen: ein unerwarteter Krankheitsfall oder eine Absage der Tagesmutter. Der Raum lohne sich also auf jeden Fall, schon allein damit die Eltern die Sicherheit haben, im Notfall flexibel reagieren zu können.

Rund um die Uhr ist der neue Raum für Studierenden und Beschäftige mit Kind geöffnet. Einen Belegplan gibt es im Intranet der Hochschule, da können die Eltern sich anmelden.