Hilfe bei anonymer Schwangerschaft

Nicht mehr nur die „Babyklappe“, wie hier am Elisabeth-Krankenhaus in Essen, gibt es für Mütter, die ihre Schwangerschaft geheim halten wollen, sondern seit einem Jahr auch die vertrauliche Geburt in einem Krankenhaus.
Nicht mehr nur die „Babyklappe“, wie hier am Elisabeth-Krankenhaus in Essen, gibt es für Mütter, die ihre Schwangerschaft geheim halten wollen, sondern seit einem Jahr auch die vertrauliche Geburt in einem Krankenhaus.
Foto: FUNKE Foto Services

Seit Anfang Mai 2014 haben Frauen, die ihre Schwangerschaft verheimlichen müssen, die Möglichkeit die vertrauliche Geburt zu wählen.

Eine Schwangere, deren größte Sorge ist, dass jemand von der Schwangerschaft erfährt, ist in großer Not und meistens sehr allein. Diese Frauen benötigen besonders behutsame Begleitung während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Seit Mai letzten Jahres hat eine Frau, die ihre Schwangerschaft verheimlicht, die Möglichkeit, sich unter einem Pseudonym beraten und ärztlich versorgen zu lassen. Auch in der Klinik kann sie mit ihrem Pseudonym ohne Angaben zur eigenen Person, ihr Baby sicher auf die Welt bringen. Das schützt die Gesundheit von Mutter und Kind. Nach der Geburt, für die der Bund die Kosten übernimmt, wird das Baby zur Adoption freigegeben. Den Vornamen des Kindes darf die Mutter bestimmen - ansonsten übernimmt das Jugendamt die Namenswahl. Das regelt das Gesetz zur vertraulichen Geburt.

Beratung

Die Beraterin Barbara Hildebrand-Vohl von donum vitae qualifizierte sich als eine der ersten Beraterinnen deutschlandweit, denn der Vorgang der vertraulichen Geburt ist an ein verbindliches, rechtliches Verfahren geknüpft. In NRW wurden seit Einführung der vertraulichen Geburt acht solcher Geburten durchgeführt. Barbara Hildebrand-Vohl berichtet: „Die Anfragen zur vertraulichen Geburt waren in unserem Bundesland deutlich höher. Mit Plakaten wurde die breite Öffentlichkeit auf die vertrauliche Geburt aufmerksam gemacht, und der Begriff „vertraulich“ weckte offensichtlich positive Assoziationen bei Schwangeren.“ Wählte eine Schwangere als Ausweg aus ihrer Situation die vertrauliche Geburt, dann ist die Aufgabe der Beraterin die Daten der Frau und ihr Pseudonym in einem versiegelten Umschlag beim Bundesamt für Familie zu hinterlegen, der sogenannte Herkunftsnachweis. Nur das Kind darf ab einem Alter von 16 Jahren Einsicht nehmen und erhält damit die Chance, seine Herkunft zu erfahren.

Noch ist es ein recht neues Arbeitsfeld, welches sich bei den verschiedenen Akteuren noch vertiefen muss. Die Schlüsselrolle übernehmen die Schwangerschaftsberatungsstellen. Die meisten der dortigen Mitarbeiter sind mittlerweile qualifiziert. Enge Kooperationen mit der Geburtshilfe, dem Jugendamt, den Adoptionsvermittlungsstellen und weiteren Akteuren sind intensiviert worden.

Betroffene wenden sich in ihrer Notlage an eine Schwangerschaftsberatungstelle, bei der in vertraulichen Gesprächen kostenfreie Hilfe angeboten wird.

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