Hier beginnt der Zehn-Millionen-Bau

An der Ecke Hauptstraße/Schulze-Delitzsch-Straße sind die Baggerangerollt. Sie setzen Spundwände und beginnen demnächst mit dem Ausschachten der Baugrube für das Zehn-Millionen-Bauprojekt im Dorfkern: 25 Eigentumswohnungen sowie fast 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Gewerbe werden hier entstehen.

„Wir machen das Planungsgeschäft ja schon ein paar Jahre“, sagt Berthold Tönnes und blickt mit gefurchter Stirn auf die Pläne an der Wand seines Büros an der Antoniusstraße, „aber bei einem so großen Projekt erleben auch wir noch Überraschungen.“ Der Mann untertreibt: Der Seniorchef von Wohnbau Overhagen ist seit fast einem halben Jahrhundert im Geschäft. Und die Überraschungen, von denen er spricht, sorgen derzeit für, sagen wir, eine hohe Kommunikationsdichte zwischen Antoniusstraße und Rathaus am Ernst-Wilczok-Platz. Vor der Erteilung des zweiten Teils der Baugenehmigung „sind noch technische Probleme zu lösen“, sagt Tönnes,, etwa bei der Entwässerung oder mit der dezentralen Lüftung.

Schächte unterm Fußboden

Die wird nämlich eines der Alleinstellungsmerkmale des Neubaus werden. Wegen der Nähe zum Brauhaus und zum Festplatz bekommt das Gebäude einen besonderen Schallschutz und eine Belüftung, damit die künftigen Besitzer die Fenster nicht öffnen müssen, wenn es draußen mal lauter wird. Jede Wohnung erhält eine eigene Lüftungsanlage mit einem System , das 90 Prozent der Wärme in der Wohnung zurück gewinnt.

Wohn- und Schlafräume bekommen Frischluft eingespeist, Bad, WC und Kochnische bekommen Absaugeinrichtungen. Die Kanäle dafür liegen unter den Fußböden, Technik dafür wollen Berthold und Tochter Sabine Tönnes hinter einer Wand mit Wartungsklappe zum Beispiel in einem Wasch- und Trockenraum in den Wohnungen verbergen, ein zusätzlicher Service für die neuen Besitzer: „Wer will denn wirklich mit der Wäsche immer in den Keller rennen?“, fragt Tönnes. Weitere Details des Neubaus: Das Flachdach des Erdgeschosses wird begrünt, die Balkone und Dachterrassen öffnen sich zur Sonnenseite nach Süden oder Westen, Wohnungen und Aufzüge sind barrierefrei.

Der Gewerbe-Ankermieter stand mit der Drogeriekette Rossmann schon fest, als Vater und Tochter Tönnes im Herbst 2014 das Projekt in den politischen Gremien zur Diskussion stellten und damit auch im Dorf eine heftige Debatte auslösten (siehe Zweittext). Die künftigen Besitzer der Eigentumswohnungen stehen noch nicht fest, ebenso wie der künftige Mieter der zweiten Gewerbefläche im Erdgeschoss. An Interessenten, hört man, herrscht wohl kein Mangel. Und nach Fertigstellung des Baus auch nicht an Parkplätzen: Mit den mehr als 50 Einstellplätzen in der Tiefgarage, hat Sabine Tönnes den Politikern mehrfach vorgerechnet, wird es mehr Parkplätze geben als vorher.