Herrensitzung funktioniert auch unverkleidet
12.02.2012 | 15:43 Uhr 2012-02-12T15:43:00+0100Bottrop. Es war die vierte Herrensitzung der Bottroper-Brauhaus-Burschen, und damit steckt sie fast noch in den Kinderschuhen. Das Programm freilich ist wie in den Vorjahren nur etwas für Erwachsene, genauer nur für Herren.
„Männer unter sich feiern einfach anders, irgendwie ungezwungener“, meinte ein Besucher. Ein anderer bringt seine Erwartungen noch deutlicher auf den Punkt: „Das ist ja eine andere Art von Humor. Was soll man groß sagen, man erwartet einfach, dass mehr über Frauen hergezogen wird.“
Ganz so wild wurde es nicht, aber der Abend war von Sitzungspräsident Martin Baranowski sehr genau auf das Publikum zugeschnitten. Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte er das Programm geplant. „Viele Künstler sind ja auch einfach schon lange im Vorfeld ausgebucht.“ Mit dem rechtzeitigen Buchen der Künstler gelang es ihm, eine durchaus hochkarätige Bühnentruppe zusammenzustellen.
Den Auftakt machte Zauberer „Schmitz-Backes“. Angekündigt als der „Harry Potter vom Niederrhein“ bot er einen unterhaltsamen Mix aus Zauberei und Stand-Up-Comedy. Natürlich teilte auch er fleißig Seitenhiebe in Richtung des anderen Geschlechts aus. So habe er kürzlich mit seiner Frau einen Streit über ihr neues Wasserbett gehabt. Sie sagte dazu „Ozean der Liebe“, während er den Begriff „Totes Meer“ treffender fand. Solche Sprüche kommen an, das Publikum applaudierte.
Ein flüchtiger Blick durch den Saal konnte schnell vergessen machen, dass es sich hier um eine Karnevalsveranstaltung handelt. Das lag vor allem daran, dass die Herren es offenbar nicht so mit dem Verkleiden haben. Doch spätestens als die „KG Wild Cats“ ihren Gardetanz aufführte und die Funkenmariechen ihre Figuren und Choreographien tanzten, wusste man wieder, wo man sich befindet. Und schließlich gab es ja noch zwei Personen an dem Abend, die ihre Kostüme umso häufiger wechselten: Cindy und Anja gaben die mittlerweile obligatorischen Nummerngirls, die dem Publikum zwischen den Auftritten einheizten.
Mit jeder Runde weniger Stoff
Mit jeder Runde wurde ein bisschen mehr Stoff eingespart. Sie zeigten sich als Engel und Teufel, Polizistin und Häftling oder Krankenschwestern. Sitzungspräsident Martin Baranowski: „Jetzt wünschte ich, ich wäre krank.“
Nur kurze Zeit später kam er dann tatsächlich ein bisschen ins Schwitzen. Die Sängerin „Schnitte“ sollte auftreten, war aber noch nicht da. Dabei hatte er kurz vor Beginn der Show noch erklärt, wie wichtig die Dramaturgie an so einem Abend sei. Kurzerhand erklärten sich zwei Tänzerinnen der „KG Wild Cats“ bereit, noch einmal auf die Bühne zu gehen. Und die Nummerngirls waren ja auch noch da.
Der Stimmung tat die Planänderung keinen Abbruch. Das Publikum feierte ausgelassen und freute sich auf den Rest des Programms. „Et Zweijestirn“ tauschten schließlich einfach die Plätze mit der verspäteten Sängerin und dichteten kabarettistische Texte auf bekannte Melodien.
Gegen Ende des Showprogramms war es vorbei mit der Geschlechtertrennung. Die Türen öffneten sich für die mitfeiernden Frauen.
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