Helfen mit Heiligenbildern

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Ikonen zu verschenken, ist eine Tradition der orthodoxen Kirche. Die Heiligenbilder sollen als Schutz vor Unheil und Bösem dienen – Dimitrij Greven weiß, dass Menschen in der Ukraine einen solchen Schutz in aktuellen Kriegszeiten besonders gut gebrauchen können. Allerdings hofft er nicht auf die positive Kraft, die man den Ikonen zuschreibt, sondern bietet seine Sammlung altrussischer Kunstwerke zum Kauf an. Mit dem Erlös will er ein Pflegeheim im westukrainischen Losivok unterstützten.

Bilder sind teils im Originalzustand

Grevens Initiative ist nicht neugeboren – seit einigen Jahren stellt er seine Ikonen in verschiedenen Städten aus. Auch in Bottrop war der 75-Jährige bereits zu Gast, in diesem Jahr präsentiert er seine Schmuckstücke aus vier Jahrhunderten in der Lohnhalle Arenberg-Fortsetzung.

Gut zwei Drittel seiner von Priestern geweihten Sammlung konnte Greven inzwischen verkaufen. Die Heiligenbilder hat der leidenschaftliche Sammler in den Achtzigern, im Laufe seiner Tätigkeit als Ikonograph und Restaurator gesammelt. Auch hat Greven einige der Stücke selbst restauriert, viele der vornehmlich auf Holz und nach strengen Vorgaben der russisch-orthodoxen Kirche gemalten Bilder sind allerdings noch im Originalzustand erhalten.

Ende 2014 konnte Greven den letzten Lieferwagen mit Kleidung und anderen Sachspenden für das Altenheim in Losivok finanzieren. Auch wer keine Ikone kauft, kann Grevens Initiative unterstützen: Während der Ausstellung können gut erhaltene Kleider bei ihm abgegeben werden. Auch begutachtet Greven während der Ausstellungszeit anderweitig erworbene Ikonen und berät im Fall von nötigen Restaurierungen.