Heimspiel an der Heilig Kreuz-Orgel

Jürgen Kursawa und Trompeter Max Westermann beim Festival „Orgel Plus“ in der Kulturkirche Heilig Kreuz.
Jürgen Kursawa und Trompeter Max Westermann beim Festival „Orgel Plus“ in der Kulturkirche Heilig Kreuz.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Der gebürtige Bottroper Jürgen Kursawa, früher Domorganist in Essen und heute Professor an der Düsseldorfer Musdikhochschule, kehrte für das Festiavl „Orgel Plus“ weide reinmal in seine Heimatstadt zurück. Mit Max Westermann gab er einen Duo-Abend für Orgel plus Trompete in der vollbesetzten Heilig-Kreuz-Kirche.

Bottrop..  Essener Orgelvirtuosen haben eine Tradition in Heilig Kreuz. Zur Einweihung der damals neuen Orgel der Dorstener Firma Breil spielte 1963 der damalige Essener Domorganist Heino Schubert. Kurz darauf konzertierte die renommierte Folkwang-Professorin Sieglinde Ahrens auf dem im vergangenen Jahr restaurierten Instrument.

Jetzt gab es beim Festival „Orgel Plus“ ein Wiedersehen mit dem früheren Essener Domorganisten Jürgen Kursawa, inzwischen Professor an der Düsseldorfer Musikhochschule. Von den vielen Musikern, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in diesem Bottroper Juwel modernen Sakralarchitektur gastierten hat Kursawa sicherlich die engste Beziehung zu Kirche und Instrument.

„Ich wurde in Heilig Kreuz getauft, meine Eltern waren das erste Brautpaar, das in der damals neuen Kirche heiratete und ich bekam hier noch als Schüler meine erste Organistenstelle“, erinnert sich Jürgen Kursawa vor dem Konzert. Ein Heimspiel also, dass sich die 300 Besucher in der voll besetzten Kirche nicht entgehen lassen wollten.

Dabei gaben Kursawa und Solist Max Westermann an der Trompete nicht nur den sprichwörtlichen virtuosen Zucker, den die beliebte Kombination Orgel plus Trompete erwarten lässt. Bachs Toccata und Fuge - mit ihrem ungewöhnlichen eingefügten Adagio - C-Dur kam auf den sich gegenüberliegenden Werken der Breil-Orgel beim anfänglichen Hören fast akademisch-spröde daher. Kursawa sezierte förmlich die Struktur, präsentierte das kontrapunktische Stimmengewebe durchhörbar, zelebrierte geradezu die Chromatik und Dissonanzen, bis hin zum abrupt anmutenden Schluss. Ebenso ausgefeilt: Mendelssohns D-Dur Sonate, op. 65: Die Durchhörbarkeit garantierte dabei sicherlich auch die Disposition des Instrumentes mit seinen wenigen grundtönigen Registern.

Glanzstücke für den Solisten Max Westermann schrieb auf jeden Fall Giuseppe Torelli. In dem bekannten D-Dur Konzert des Barockkomponisten steckt alles, womit der Trompetenvirtuose das Publikum glücklich macht. Und Westermann ließ die Läufe perlen, entfachte ein Feuerwerk der Triller und Staccati, ließ im langsamen Teil Dynamik sanglich walten. Atmosphärisch spannend waren das fast filmmusikalisch angelegte „Lever du jour“ - ein musikmalerischer Sonnenaufgang bei dem Licht und Dunkelheit scheinbar miteinander ringen.

Auch den „Dialog per Tromba e Organo“ von Luboš Fišer brachten Westermann und Kursawa wirkungsvoll zur Entfaltung. Begeisterter Applaus und zwei Zugaben.