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Heilpraktikerin bietet Ausbildung zur Sterbeamme

24.08.2011 | 17:00 Uhr
Heilpraktikerin bietet Ausbildung zur Sterbeamme
Seit zehn Jahren bietet Claudia Cardinal Lehrgänge an, in denen sie ihre Methodik vermittelt.

Bottrop.   Sterbeamme, Sterbegefährte - der ungewöhnliche Begriff lässt stutzen. „Meine Ausbildung richtet sich an die Menschen, die bereit sind, eine Kiste von Fragen zu öffnen, vor denen viele andere davonlaufen“, so beschreibt Claudia Cardinal das Konzept, das sie selbst - auch unter dem Eindruck des Todes ihrer Tochter - entwickelt hat.

Sterbeamme, Sterbegefährte - der ungewöhnliche Begriff lässt stutzen. „Meine Ausbildung richtet sich an die Menschen, die bereit sind, eine Kiste von Fragen zu öffnen, vor denen viele andere davonlaufen“, so beschreibt Claudia Cardinal das Konzept, das sie selbst - auch unter dem Eindruck des Todes ihrer Tochter - entwickelt hat. Dem angstbesetzten Prozess des Sterbens den Schrecken zu nehmen, damit die Betroffenen soweit möglich in Frieden und Gelassenheit aus dieser Welt gehen, und die Angehörigen nicht fassungslos zurückbleiben: Das bezeichnet die Heilpraktikerin, die in Hamburg lebt und arbeitet, als ihr Ziel.

Seit zehn Jahren bietet Claudia Cardinal Lehrgänge an, in denen sie ihre Methodik vermittelt. Sterbegefährten sollen den Fragen nicht ausweichen, sondern sie aufgreifen, im Lehrgang spielt also die Vorbereitung auf das individuelle Gespräch mit dem Kranken und seine Vorstellungswelt eine große Rolle. Die Auseinandersetzung mit dem Tod hat in allen Kulturen Spuren hinterlassen. Der Sterbegefährte soll den Kranken mit Geschichten, Märchen und Ideen aus dem Alltag Mut machen und ihn unterstützen, damit er seinen Weg durch Angst und Schmerz finden.

Claudia Cardinal hat Ausbildungsstätten in Hamburg, Berlin und Bayern gegründet, nun hat sie in Bottrop in den Räumen der Heilpraktikerin Petra Hannig einen ersten Standort im Ruhrgebiet gefunden. Im Januar will sie in Bottrop mit dem ersten Kurs beginnen, der sich über zwei Jahre erstreckt und 14 Ausbildungseinheiten umfasst, die sich jeweils auf das Wochenende konzentrieren. Denn eine wachsende Zahl von Interessenten sei berufstätig, erklärt Claudia Cardinal, ihr Angebot muss sich also kombinieren lassen mit den Strukturen des Alltags der Kursteilnehmer.

Beruflich betroffen

Dazu zählten Krankenschwestern, Mediziner, Psychologen, Altenpflegerinnen, auch Arzthelferinnen aus onkologischen Praxen. Sie alle wollen besser umgehen können mit sterbenden Patienten oder Kranken, die nach der Diagnosestellung zu verzweifeln drohen. Sehr oft gebe auch die Unsicherheit im Umgang mit den Angehörigen den Impuls zur Auseinandersetzung mit dem Prozess des Sterbens.

Von der medizinischen Versorgung grenzt Claudia ihren Lehrgang ab, aber sie strebe eine enge Zusammenarbeit mit der Palliativmedizin und Hospizen an. Viele Menschen hätten Angst vor Schmerzen, stellt die Heilpraktikerin fest, die vom Zusammenhang zwischen seelischer Not und körperlichem Schmerz überzeugt ist. Die Linderung der seelischen Not, die sie als ihre Aufgabe betrachtet, könne positive Auswirkungen auf das körperliche Befinden haben.

Der Lehrgang endet mit einer Prüfung, die Claudia Cardinal selbst abnimmt, und einem Zertifikat. Die Unterrichtseinheit am Wochenende kostet 180 Euro; der komplette Kurs mithin 2520 Euro. Ob der Teilnehmer diesen Betrag aus der eigenen Tasche zahlen muss oder ob sein Arbeitgeber - Pflegeheim, Klinik, Praxis - die Kosten übrnimmt, sei abhängig von der Bedeutung, die den Sterbegefährten beigemessen werde. Claudia Cardinal ist überzeugt, dass in dieser Beziehung ein Umdenken eingesetzt habe.

Marie-Luise Schmand

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Kommentare
26.08.2011
08:06
Heilpraktikerin bietet Ausbildung zur Sterbeamme
von Mertens11 | #1

Die Wikipedia kennt keine Sterbeamme. Und bei Gooogle findet man diesen Begriff ausschließlich als Eigenkreation von Claudia Cardinal, gleichwohl wird in der WAZ eine kostenpflichtige Ausbildung dazu propagiert. Bei genauerem Hinsehen scheint es Frau Cardinal vor allem un eines zu gehen: Geld. Wer sich ernsthaft mit Sterben und Trauerarbeit beschäftigen will, ist sicher bei den eherenamtlichen Hospizgruppen und -vereinen besser und seriöser aufgehoben. Leider ist es nicht das erste Mal, daß die WAZ Bottrop zweifelhaften und esoterischen Tendenzen ohne Hinterfragen eine kostenlose und umfgangreiche Werbeplattform bietet.

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