Harte Fronten im Konflikt um Bottroper Skaterbahn

So lange die Skaterbahn noch auf ist, wird noch getrickst, was das Zeug hält. Skater aus dem ganzen Ruhrgebiet treffen sich regelmäßig in Bottrop.
So lange die Skaterbahn noch auf ist, wird noch getrickst, was das Zeug hält. Skater aus dem ganzen Ruhrgebiet treffen sich regelmäßig in Bottrop.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Kompromiss zwischen Bewohnern und Skatern ist nicht in Sicht. Die geforderte Nachbesserung wird als Korrektur an der falschen Stelle betrachtet

Bottrop.. Dass der Skaterpark im Ehrenpark vorerst schließen muss, ist für die Skaterszene eine schlechte Nachricht. Sie sieht in der Anlage einen der Top-Treffpunkte in ganz NRW. Die Anwohner der Paßstraße dagegen freuen sich über das Versäumnis der Verwaltung, keine Baugenehmigung eingeholt zu haben.

Sie werden nun zumindest einen kurzzeitigen Stopp des „störenden, klackernden Geräusches“ der Skateboards erleben, und das ohne Recht vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster zu bekommen. Dort haben die Anwohner Berufung eingelegt, nachdem ihre Klage gegen die Skaterbahn am Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen gescheitert war. Ein Verhandlungstermin steht noch aus.

Es steht aber die Frage im Raum: Wie soll es weitergehen, wenn die Stadt die Baugenehmigung nachträglich erhält? Die Fronten sind verhärtet, für einen Kompromiss scheint kaum einer offen zu sein. Die Skater glauben, man könne nicht mit den Bewohnern reden, die Anwohner werfen den Jungen dasselbe vor.

Vorschlag: Lärmschutzwand erhöhen

Skater Dennis Klement aus Essen (22) hat jedoch einen Vorschlag. „Man könnte die Lärmschutzwand weiter erhöhen. Das würde uns überhaupt nicht stören." Die Anwohner – die allesamt anonym bleiben wollen, glauben, das Problem werde dadurch nicht gelöst. „Wie hoch soll so eine Wand denn sein?“, fragt eine der Klägerinnen. Den Schall des Klackerns werde man mit einer doppelt so hohen Mauer nicht auffangen.

Ein anderer Vorschlag kommt von Oberhausenerin Laura Kaczmarek. Sie glaubt, dass viele Skater das Schild mit den Öffnungs- und Ruhezeiten nicht lesen würden, weil es nicht plakativ genug sei. Ein auffälligerer Hinweis in großer Schrift könnte helfen. „Wir wollen nichts Böses, viele übersehen einfach das Kleingedruckte auf dem Hinweisschild.“ Auch kritisiert die 24-Jährige, dass für die neuen Öffnungszeiten (werktags von 15-19 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen) das Schild nicht komplett ausgetauscht wurde, sondern nur die Uhrzeiten überstrichen wurden. „Wer regelmäßig hier ist, dem ist das gar nicht aufgefallen.“

Korrektur an der falschen Stelle

Die Anwohner können nicht verstehen, warum man das Schild nicht liest. Zudem glauben sie: Auch wenn alle die Regeln kennen, missachtet werden sie doch von einzelnen Unruhestiftern

Eine zweite Lärmschutzwand an der Seite zum Seniorenhaus, wie sie der Petitionsausschuss empfiehlt, scheint den Konflikt da keineswegs zu entschärfen. Das sei Korrektur an der falschen Stelle, merkt ein Skater an. „Die Leute aus dem Altenheim ärgern sich nicht, die gucken uns gerne zu“..