Hans-Reitze-Haus feiert Einweihung in Bottrop

Kinder der benachbarten Kita St. Barbara sangen bei der Einweihungsfeier ein Begrüßungsständchen für die Bewohner des Hans-Reitze-Hauses.
Kinder der benachbarten Kita St. Barbara sangen bei der Einweihungsfeier ein Begrüßungsständchen für die Bewohner des Hans-Reitze-Hauses.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
24 Menschen mit geistiger Behinderung haben im Hans-Reitze-Haus ein neues Zuhause gefunden. Die Bewohner haben sich schon eingelebt.

Bottrop..  Neun Monate lang haben sich Bewohner und Hausleitung Zeit gelassen, bis sie am Freitag zur offiziellen Eröffnung des Hans-Reitze-Hauses in der Lehmkuhle einluden. Zeit genug für alle, um sich einzugewöhnen und zurecht zu finden. Wie gut es ihnen in ihrem neuen Zuhause gefällt, machten einige der Bewohner in kleinen Redebeiträgen deutlich.

Mosaik selber gemalt

Wie Alex: „Das Haus ist sehr schön, das ist alles super gemacht.“ Und Florian freute sich: „Ich möchte Danke sagen für das schöne Projekt.“ Was es damit auf sich hat, konnten die zahlreichen Gäste der Eröffnungsfeier im Eingangsbereich der Einrichtung bewundern. Dort hängen die Bilder, die alle Bewohner in einem gemeinsamen Kunstprojekt in den letzten Monaten als Mosaik gemalt haben.

24 Menschen mit geistiger Behinderung, Frauen und Männer zwischen 18 und 52 Jahren, leben hier zusammen. Das Hans-Reitze-Haus ist das erste Wohnangebot der gemeinsamen Gesellschaft SeLe gGmbH (Selbstbestimmte Lebensräume) der Diakonie Stiftung Wittekindshof und des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Die Baukosten lagen bei 2,7 Millionen Euro und wurden vom Land, der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Aktion Menschen und aus Eigenmitteln gestemmt.

Alle Plätze waren bereits vor dem Einzug belegt. Hier haben viele jüngere Menschen nach dem Auszug aus dem Elternhaus ihre erste „eigene“ Wohnung bezogen, andere sind in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Im Vordergrund steht, die Verselbstständigung der Bewohner. Das Haus ist aufgeteilt in vier Sechser-Wohngruppen, die sich selber versorgen und gemeinsam kochen. Die meisten Bewohner arbeiten in der Rheinbabenwerkstatt oder im Rotthofs Hof beim Diakonischen Werk.

39 Arbeitsplätze gibt es

Benannt wurde das Haus nach Hans Reitze, dem 2012 im Alter von 88 Jahren verstorbenen ersten hauptamtlichen Diakoniepfarrer der Kirchenkreises. Dessen Witwe Magdalene nahm am Freitag an der offiziellen Eröffnung teil. Das sei „sehr schön und ehrenvoll“, freute sie sich über die Namensgebung, auch wenn ihr Mann Ruhm und Ehre zu Lebzeiten wohl nicht gewollt hätte. 30 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung 1984 war Hans Reitze als Pfarrer in der Ev. Kirchengemeinde Fuhlenbrock tätig und baute das Diakonische Werk mit auf. Nach seiner Pensionierung zogen die Eheleute zurück in ihre alte Heimat Gütersloh.

Leiter der neuen Einrichtung ist Alexander Escher. Insgesamt 39 Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit sind hier entstanden. Die Bewohner werden rund um die Uhr in allen Lebensbereichen betreut, es gibt zahlreiche Förder- und Freizeitangebote.