Grusellabyrinth in Bottrop öffnet seine Pforten

Mit viel Liebe zum Detail sind die Räume eingerichtet und die Darsteller geschminkt.
Mit viel Liebe zum Detail sind die Räume eingerichtet und die Darsteller geschminkt.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
An der Knappenstraße können Besucher ab Freitag in die Albtraumwelt der Marie eintauchen. Die alte Kaue ist nicht wiederzuerkennen.

Bottrop..  „Es gibt keinen Weg zurück!“ Ermutigend, was der sprechende Totenkopf hohnlachend den Besuchern des Grusellabyrinths beim Eintritt in die Albtraumwelt mit auf den Weg gibt. Ab Freitagnachmittag ist Bottrops neueste Attraktion für Besucher geöffnet. Um 17 Uhr kann die erste Gruppe das Labyrinth erkunden. Am Donnerstagabend durften sich schon einmal geladene Gäste gruseln.

Das klappt. Die alte Kaue ist nicht wiederzuerkennen, der große Raum ist durch zahlreiche Zwischenwände unterteilt. Es ist dunkel. Durch die Halle hallen Schreie und Stöhnen. Der Sensenmann hat zur Eröffnung ein Feuerwerk spendiert, Sänger und Dschungelkönig Ross Antony übernimmt die Patenschaft für das Labyrinth.

Die Freizeitwirtschaft übernimmt

Gemeinsam mit der Ehrengarde des Bergwerks ziehen die Mitarbeiter des Grusellabyrinths vom Malakoffturm zu ihrem zukünftigen Arbeitsplatz, übernehmen quasi das alte Bergwerksgebäude. Es hat eine gewisse Symbolik: Die Ehrengarde steht Spalier, die Freizeitwirtschaft zieht ein. In seiner Rede hebt OB Bernd Tischler noch einmal die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs für die Stadt hervor. Eine siebenstellige Summe haben Kauenbesitzer Oliver Helmke und das Grusellabyrinth investiert.

Da fällt kaum auf, dass die Macher des Grusellabyrinths bis zur letzten Minute gewerkelt haben und auch am Freitag noch hier und da für den letzten Schliff sorgen – an mancher Stelle fehlt halt vielleicht noch ein Spinnennetz. Dabei fällt auf, mit welchem Blick für Details die Räume teilweise dekoriert sind – das gilt sogar für die Waschräume. Die Kabinenwände zwischen den Toiletten sind Spezialanfertigungen, wirken besonders rustikal und passen sich dem Rest des Gebäudes an. In dem Souvenirladen bieten Kobolde Vampirgebisse, Schwerter oder Spinnweben an. Als Verpflegung im Angebot: geröstetes Hamsterhirn. Das schmeckt aber wie Popcorn.

15 Darsteller arbeiten in einer Schicht. „Insgesamt haben wir im Moment 60 Darsteller“, sagt Geschäftsführer Holger Schliemann. Maren Geißler spielt eine der Hauptrollen. Sie ist die Marie, die es aus der Albtraumwelt zu retten gilt. Schon in Kiel gehörte sie zur Crew des Grusellabyrinths, hat den Umzug ins Ruhrgebiet mitgemacht. Vor der großen Premiere steigt das Lampenfieber. Anderthalb Monate haben die Darsteller geprobt, insgesamt drei Rollen kann Maren Gleißner übernehmen. Denn: „Auf Dauer täglich die Marie, das wäre etwas eintönig.“

In Gruppen wandern Besucher in 100 Minuten durch 16 Szenen. Vier Hauptcomputer steuern die Show, 25 kleinere Rechner sind für die Spezialeffekte da. Zahlreiche Soundanlagen sorgen dafür, dass die 64 Tonspuren zur rechten Zeit eingespielt werden. Schliemann: „Die Show lebt besonders vom Soundtrack. Damit haben wir uns viel Mühe gegeben.“

Anbieter wollen sich vernetzen

Mit dem Grusellabyrinth eröffnet die nächste Touristenattraktion der Stadt. Naheliegend, dass die Anbieter über Vernetzung nachdenken. Gespräche laufen bereits, angestoßen von der städtischen Wirtschaftsförderung. Beteiligt sind neben dem Grusellabyrinth der Movie Park, Schloss Beck, Alpincenter und der Windtunnel „Indoor Skydiving“.

Bisher habe es zwei Gespräche gegeben, so Ute Schimmang von der Wirtschaftsförderung. „Da hat man sich zusammen gesetzt und überlegt, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte und was machbar wäre.“ Außerdem sei es darum gegangen, dass sich die Verantwortlichen gegenseitig kennen lernen und auch die anderen Freizeiteinrichtungen kennen lernen. „Deshalb treffen wir uns auch immer in einer der Attraktionen.“ Bisher kooperieren nur der Movie Park und das Alpincenter.

Auf lange Sicht würde Ute Schimmang gern Gastronomen und Hoteliers mit einbinden, um so mehr Gäste in der Stadt zu halten.

Holger Schliemann, Geschäftsführer des Grusellabyrinths bewertet die Gespräche als positiv. Ausdrücklich lobt er in dem Zusammenhang das Engagement der Wirtschaftsförderung sowie generell die Zusammenarbeit mit der Stadt. Er bedauert jedoch, dass es in der Stadt keine Touristeninformation mehr gibt.