Gründerzentrum Prosper bringt Verluste ein

Das Gründerzentrum Prosper III steht in der Kritik.
Das Gründerzentrum Prosper III steht in der Kritik.
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Parteien bemängeln die geringe Auslastung. SPD dringt auf ein neues Konzept. Auch CDU hat Fragenan die Hauptgesellschafterin RAG Montan Immobilien zur Zukunft des kleinen Gebäudekomplexes.

Bottrop..  Das Gründerzentrum Prosper III steht heftig in der Kritik. SPD und CDU bemängeln die zu geringe Auslastung der Fördereinrichtung für Firmengründer im Prosper-Viertel sowie den schlechten Zustand des kleinen Gebäudekomplexes an der Kardinal-Hengsbachstraße.

Vor allem SPD-Wirtschaftssprecher Frank Beicht findet deutliche Worte. „Das Gründerzentrum wird vernachlässigt. Es herrscht dort absolutes Chaos. Das ist eine Katastrophe“, sagte der Ratsherr zuletzt im Ratsausschuss für Wirtschaftsförderung. „Ein wenig Vakanzen ist ja in Ordnung“, legte Beicht nun mit Blick auf die geringe Auslastung in einem WAZ-Gespräch nach, doch er betont: „Da passiert ja einfach nichts. Mit Liebe wird das nicht betrieben“. Schon die Außenansicht und das Umfeld der Gebäude wirkten eher abschreckend.

Kerngedanke läuft ins Leere

„Seit Jahren erwirtschaftet das Gründerzentrum Verluste“, bemängelte auch Volker Jungmann, stellvertreter Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die Vermietungsquote der Immobilie sinke stetig und liege mittlerweile nur noch bei 60 Prozent. „Der Kerngedanke der Förderung junger Unternehmen läuft ins Leere“, kritisierte der Ratsherr. Dabei sei der Einfluss der Stadt auf das Gründerzentrum gering. Sie hält ja nur sechs Prozent an dessen Gesellschaft. Die Hauptgesellschafter ist die RAG Montan Immobilien GmbH mit 94 Prozent. Die Wirtschaftsförderer der Stadt könnten die Büros, Werkstätten oder Ladenlokale auch nicht selbst an Interessenten vermieten. Da auch Firmengründer darüber klagten, dass das Gründerzentrum nur schwer zu finden sei, habe die Stadt neue Hinweisschilder aufstellen lassen. „Das ist alles, das ist die einzige Aktivität?“, fragte auch ÖDP-Ratsherr Stefan Krix provozierend, um klar zu machen, dass dies den Kritikern des Gründerzentrums selbstverständlich nicht ausreicht.

Andere Zentren sind erfolgreich

„Ein Konzept muss her, um zu zeigen, was wir daraus machen können“, fordert SPD-Sprecher Beicht. „Ein Gründerzentrum kann doch ein Nukleus für wirtschaftliche Entwicklung sein“, sagte er und verweist auf erfolgreiche Modelle in anderen Städten wie zum Beispiel das Gründerzentrum Triple Z in Essen. Dort ist Beicht mit seiner eigenen Werbeagentur ansässig. Er profitiere dort als eine von 100 Firmen vom Rund-um-Service des Zentrums, die Gründer im Prosper-Viertel erhielten so gute Leistungen leider nicht.

Der SPD-Ratsherr geht auch der Frage nach, ob eine Zusammenarbeit der örtlichen Gründerzentren mit der Fachhochschule anzustreben sei. „Die Hochschule Ruhr West ist noch jung“, meint Beicht. „Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es zu Ausgründungen von Instituten oder Firmengründungen von Studenten kommen kann“.