Griechen in Bottrop sind gespannt auf die neue Politik

Pashalis Pankos freut sich über den Wahlausgang in Griechenland.
Pashalis Pankos freut sich über den Wahlausgang in Griechenland.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Pashalis Pankos, in Bottrop lebender Grieche, freut sich über den Ausgang der Wahl in der Heimat. Landsleute in Deutschland durften nicht abstimmen.

Bottrop..  „Ich finde das Wahlergebnis sehr, sehr gut. Ich hoffe, dass es Griechenland jetzt besser gehen wird.“ Pashalis Pankos, der Vorsitzende der griechischen Gemeinde in Bottrop, freut sich über den Ausgang der Wahl in Griechenland am vergangengen Wochenende.

„Die haben einen jungen Mann gewählt“, erklärt der Bottroper mit Blick auf das Alter von erst 39 Jahren des Wahlsiegers Alexis Tsipras, dem er auch deshalb zutraut, das Land aus der Krise zu führen. Er müsse aber zugestehen, dass das in seinen Augen so positive Wahlergebnis in Griechenland für Europa vielleicht schlecht sein könnte. „Aber man muss gucken, was für sein eigenes Land gut ist“, meint der Grieche, der schon seit 32 Jahren in Deutschland lebt und sich hier in der Gastronomie selbstständig gemacht hat.

Aus seiner Heimat weiß er, dass es den Menschen vor allem in den Großstädten schlecht geht. Auf dem Lande sei die Lage besser, auch weil man sich durch Anbau im eigenen Garten selber versorgen könne. Obwohl Pashalis Pankos immer noch die griechische Staatsangehörigkeit besitzt, durfte er am Sonntag nicht mitwählen, denn das griechische Wahlrecht kennt keine Briefwahl. Zur griechischen Gemeinde in Bottrop gehören rund 450 Griechen, ihren Treff haben sie am Welheimer Markt.

Nicht mit absoluter Mehrheit gerechnet

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass Syriza fast die absolute Mehrheit erhält“, staunt Frank Sapountzoglou über den Sieg des Bündnisses der radikalen Linken. Sapountzoglou hat eine deutsche Mutter und einen griechischen Vater. Er wurde in Deutschland geboren, ist Angestellter bei einem Notar und sitzt für die AfD im Bottroper Rat. Sein heute 75 Jahre alter Vater kam Ende der 1950er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland und hat hier bis zur Rente gearbeitet. Vor sieben, acht Jahren hat er sich entschlossen, zurück zu gehen. Er lebt heute in Piräus und es geht ihm trotz der Krise gut, denn er bekommt seine Rente aus Deutschland. Seinen Landsleuten wurden die Renten gekürzt, junge Leute finden keine Arbeit mehr, viele Läden stehen leer. „Die Menschen dort sind sehr verzweifelt“, meint Frank Sapountzoglou und erklärt so auch das Wahlergebnis. Wahlsieger Tsipras habe viel versprochen, was davon übrig bleibe, werde sich jetzt zeigen, wenn mit den Gläubigern neu verhandelt werde.

„Die Griechen, die hier leben, habe nicht viel Einfluss“, bedauert Panagiotis Karagiouvanis. Er ist Priester der griechisch-orthodoxen Gemeinde Hl. Erzengel in Oberhausen, zu der auch Bottrop gehört. Große Folgen würden Änderungen – wie bei den Steuern – in der Heimat für sie nicht haben: „Das sind vor allem Arbeiter, die haben keine großen Vermögen in Griechenland.“