Gospelsänger üben in Bottrop mit den Stars

Dozent Wayne Ellington aus England begeistert die Sängerinnen mit seiner impulsiven Art.
Dozent Wayne Ellington aus England begeistert die Sängerinnen mit seiner impulsiven Art.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Laien- und Profisänger bei den Workshops zur 14. Gospelnacht. Trainer aus Großbritannien und den USA leiten die Kurse. Viel Nachwuchs dabei.

Bottrop..  Es ist eine besondere, fast schon ekstatische Stimmung, die am Fronleichnamstag beim Gospel-Workshop in der Christuskirche herrscht: Immer wieder bricht das zahlreiche Publikum in heftigen Applaus aus, wenn einer der auftretenden Sänger das vorgegebene Lied besonders leidenschaftlich interpretiert. Dabei klappt das bei dem ein oder anderen Mal hörbar besser, mal etwas schlechter. Trotzdem reicht es am Ende immer für einen Applaus.

Bottrop ist Vorreiter

Waldemar Lusch, Initiator und seit 14 Jahren Organisator der Bottroper Gospelnacht, sieht genau das als den Faktor, der die Veranstaltung so beliebt bei den Bottropern macht: „Hier bekommen Laien genauso wie Profis ihre Chance“, erklärt der passionierte Musikfreund. „Trotzdem“, so Lusch, „hat unsere Veranstaltung auch international einen sehr hohen Stellenwert. Unser Workshop steht auf einer Stufe mit denen in Hamburg oder Berlin.“

Das liege aber auch daran, dass Deutschland ein „Entwicklungsland im Gospel“ sei und Bottrop durch die Gospelnacht eine Vorreiterrolle zukomme. Bei den Nachbarn aus Polen, aber auch in vielen skandinavische Länder sei die Gospelmusik viel breiter in der öffentlichen Wahrnehmung verankert als hier. Das erklärt auch, warum neben Dozent Wayne Ellington auch eine Szenegröße aus dem Mutterland des Gospel wie Brian Fentress für die Workshops gewonnen werden konnte. Der US-Amerikaner ist in seinem Heimatland ein bekannter Gospelkünstler und betreut zurzeit das polnische Chorprojekt „reGeneration“. Zusätzlich arbeitet Fentress auch noch als Professor an einer angesehenen Musik- und Popakademie im Nachbarland. In Bottrop begleitet er die Workshopteilnehmer, gibt Hinweise, was besser gemacht werden kann und was schon gut ist. Zusätzlich wirkt Fentress auch an der Auswahl der Solisten für das große Finale der Gospel Nacht mit. „Es ist eine Art Mission die Brian zu uns geführt hat,“ erklärt Waldemar Lusch und ergänzt: „Er will sich gerne an der weiteren Verbreitung des Gospel hier in Deutschland beteiligen.“

Nachwuchsarbeit fällt schwer

Generell gelte die ursprünglich aus den USA stammende Musikrichtung eher als altbacken. Nachwuchs zu gewinnen sei in Deutschland deshalb schwierig. Beim Workshop für Solisten und den sogenannten „Mass Choir“ fällt das nicht auf: Vor allem viele junge Frauen stehen am Einlass der Kirche Schlange, um sich einen Platz beim Workshop zu sichern. Ein Erfolg, der sich auf 14 Jahre Aufbauarbeit stützt“, wie Lusch sagt.