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Frauenkabarett

Glück auf – oder auch: Lack ab!

14.03.2016 | 18:42 Uhr
Glück auf – oder auch: Lack ab!
So bunt wie ihr OutfitFoto: Heinrich Jung

Bottrop.   „Die Schlampampen“, Frauenkabarett aus Herten, verzücken mit Frühlingsrollen und Trüffel-Pralinen. Gleichstellungsstelle und Frauenforum luden ein.

Wenn acht Frauen im Schlauchkleid auf der Bühne stehen und ihre Gäste wie Flugbegleiterinnen begrüßen, wenn sie zeigen, wo die Handtasche abgestellt wird und wo der Mann – dann ist „Schlampampen“-Zeit. Über zwei Stunden pures Vergnügen boten die Acht aus Herten mit ihrem Programm „Damenwahl extra“, Frauenkabarett mit Musik zum 20-Jährigen, mitten aus dem Leben und aus dem Pott. Oder auch: „Was heißt ‘Glück auf’ auf Englisch? Lack ab!“

In dieser Stadt sind „Die Schlampampen“ keine Unbekannten. Bereits 2012 hatte die Gleichstellungsstelle die begehrte Truppe hierher geholt. Das ist Heidi Noetzel und ihrem Team zusammen mit dem Frauenforum auch in diesem Jahr gelungen. „Binnen zwei Stunden war ausverkauft“, erzählt die Gleichstellungsbeauftragte. „Die ersten Frauen waren heute schon zwei Stunden vorher hier, um sich die besten Plätze zu sichern.“

Das war nicht so falsch, schließlich war die Aula des Josef-Albers-Gymnasiums voll besetzt. Hierhin hatte die Veranstalterinnen ausweichen müssen, nachdem der Saalbau geschlossen worden war. Bevor es dann richtig los ging, begrüßte Bürgermeisterin Monika Budke die Gäste, nicht ohne an den Anlass zu erinnern: den internationalen Frauentag im März.

Fast muss einem ein bisschen bange sein um die Männer wenn man „Die Schlampampen“ so hört: Die werden nämlich gerne im Männer-Paradies abgegeben, wenn ihre Frauen in Ruhe shoppen wollen. Dort werden sie „artgerecht gehalten“, gut betreut, dürfen verschüttete Fantasien wieder entdecken und im Stehen Pinkeln. Kaufhaus-Psychologin Frau Dr. Munkemeier-Schrobenrath hat alles im Griff.

Hormonell tiefer gelegt

Bunt wie ihr Outfit sind auch die Rollen der Schlampampen. Jenseits der 40 kokettieren sie mit ihrem Alter, sind „hormonell tiefer gelegt“ und „schlafen getrennt von ihren Zähnen“. Sie surfen auf ihren Hitzewellen und haben das perfekte Konzept zum Energiesparen entwickelt. Sechs Millionen Frauen zwischen 45 und 60 Jahren schwitzen und setzen dabei enorme Energien frei. Man kann Arbeitsplätze für sie schaffen: etwa als Zugbegleiterinnen, die ihre Hitze abgeben, wenn bei der Deutschen Bahn wieder die Heizung ausfällt, oder als Heizstrahlerinnen in Fußgängerzonen.

Eine Frau, die sich in einen Schlauch zwängt, liebt es bequem, hadert aber mit ihren Speckrollen, die sie lieber „Frühlingsrolle“ und „Pölsterchen“ nennt. Sie bekämpft sie mit Diäten und Sport und muss doch feststellen: „Wir werden niemals auseinandergeh’n. Sei gewiss, Dein Gewicht bleibt niemals steh’n“, dichten „Die Schlampampen“ einen alten Songtext von Heidi Brühl um. Wie soll Gewicht halten auch gehen, wenn Trüffelpralinen leibhaftig werden und Glücksgefühle besingen.

Und was wird aus den „Schlampampen“, wenn sie mal richtig alt sind, so ungefähr 2035? Dann werden sie zu „wilden Witwen“, die sich zusammenrotten und Apotheken überfallen, um die teuren Rheumamittel zu klauen und an die armen Alten zu verteilen. Und dabei singen sie: „Wir wollen Sex and Drugs and Rock’n Roll.“

Ute Hildebrand-Schute

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2016-03-14 18:42
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