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Langer Sonntag

Geruhsamer Bummel ohne Stau

30.10.2011 | 18:55 Uhr
Geruhsamer Bummel ohne Stau
Der dritte lange Einkaufssonntag des Jahres verlief relativ ruhig. Nicht alle Ladenbesitzer machten mit, so dass Geschäfte für die Besucher verschlossen blieben. Foto Dirk Bannert/WAZ FotoPool

Bottrop. Keine Frage - richtig volle Tüten waren gestern Nachmittag in der Fußgängerzone eher die Ausnahme. Doch auch wenn der verkaufsoffene Sonntag in Bottrop vielleicht nicht an das geschäftige Treiben der gestern ebenfalls geöffneten Essener oder Oberhausener Innenstädte heranreichte, so bescherte er Bottrop zumindest einige gut gefüllte Geschäfte und Abteilungen - und vor allem zufriedene und entspannte Kunden.

„Ein Stadtbummel ist einfach ein schöner Zeitvertreib für den Sonntag“, freute sich die junge Mutter Janine Gierok. „Für Bottrop habe ich mich bewusst entschieden. Schließlich kommen wir ja auch hierher. Und mit einem kleinen Kind zieht mich sonntags sowieso nichts in die umliegenden, überfüllten Innenstädte.“

Auch Melek Kizilten hatte sich bewusst für einen gemütlichen Sonntagsbummel mit ihrer Freundin in Bottrop entschieden: „Wer weiß, vielleicht hätten wir auf dem Weg in die anderen Städte noch im Stau gestanden“, winkte die junge Frau ab, „viel zu umständlich.“ Doch obwohl ihr die Atmosphäre der Innenstadt an diesem Sonntag sehr zusagte, hielt sie das Angebot für ausbaufähig: „Die Auswahl ist begrenzt. Und ein bisschen Musik oder andere kleinere Attraktionen wären heute doch schön gewesen.“

Das sah das Ehepaar Schmitz ganz anders: „Bottrop ist so ein schönes Städtchen, das braucht an einem solchen Tag gar keine weiteren Attraktionen.“ Heinz Schmitz und seine Frau hatten den verkaufsoffenen Sonntag und das Stadtfest in ihrer Heimatstadt Oberhausen gern gegen einen Stadtbummel in Bottrop eingetauscht: „Wir sind einfach immer wieder überrascht, was für schöne Geschäfte man hier finden kann. Wir kommen oft und gern nach Bottrop.“ Und auch, wenn die beiden gestern nicht fündig wurden und schließlich lieber die Herbstsonne im Eiscafé genossen, war sich das Ehepaar Schmitz einig: „Wir haben den Eindruck, dass der verkaufsoffene Sonntag gut ankommt.“

Auf Marco Kucznierz und Melwin Schulzke traf das in jedem Fall zu: „Wir haben im Vorbeigehen direkt schon einmal die ersten Weihnachtsgeschenke gesichert: Ein paar Actionfiguren für meinen Bruder“, grinste Melwin, während er auf seine Errungenschaften in einer blau-weißen Plastiktüte deutete. In puncto Nebenattraktionen fehlte den beiden Freunden zwar nichts, dennoch merkte Marco kritisch an: „Der verkaufsoffene Sonntag beschränkt sich auf die Geschäfte in der Fußgängerzone. Die umliegenden, kleineren Geschäfte sind teilweise geschlossen. Das ist schade.“

Christina Banner

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Kommentare
02.11.2011
08:45
Zur Nachbetrachtung des verkaufsoffenen Sonntag am 30.10.2011
von AMersch | #2

Fest steht, dass sich die Einkaufsgewohnheiten der Menschen in den vergangenen Jahren durch das Internet massiv geändert haben. Viele Versandhandel liefern innerhalb von 24h nach der Bestellung die Waren aus. Eingekauft werden kann dort an sieben Tagen, 24h, in der Woche. Und besonders im Unterhaltungs-Elektronikbereich sind die Angebote trotz des Versands oft günstiger, als im Einzelhandel vor Ort. Hinzu kommt das 14-tägige Rückgaberecht, welches oftmals auch ein Grund für den Online-Einkauf darstellt.

Sofern das nicht schon geschehen ist, muss sich der Bottroper Einzelhandel auf diese Entwicklungen einstellen. Damit wir nicht noch mehr Leerstände, oder Billigläden und Spielhallen in der Innenstadt bekommen, müssen Anreize für den Kunden geschaffen werden, sich von der Couch zu erheben und in die Innenstadt zu kommen. Und das Angebot muss trotz der großen Konkurrenz aus Essen oder Oberhausen attraktiv sein. Bottrop kann und wird nicht mit den großen Einkaufscentren mithalten können. Aber das muss es auch nicht, wenn das Angebot stimmt.

Maßnahmen oder Mittel, wie lange Öffnungszeiten und verkaufsoffene Sonntage, sind dazu unausweichlich. Von einer Gesellschaft für Stadtmarketing GSB darf man erwarten, dass dafür hinreichend geworben wird. Unsere Nachbarstädte, aber auch entferntere Städte wie Xanten, werben regelmäßig mit gut sichtbaren Zeitungsannoncen oder Plakatwänden. Wenn die GSB nicht einmal das schafft, stattdessen aber die Bürger mit Einkaufstouren in andere Städte schafft, dann ist diese Gesellschaft mehr als Überflüssig.

Wenn am 15. November der Rat der Stadt Bottrop den von Herrn Oberbürgermeister Tischler vorgelegten Grundsatzbeschluss trifft und die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage auf unbestimmte Zeit reduziert, wird die Stadt mit den Konsequenzen und abwandernder Kaufkraft leben müssen. Dann darf im Nachgang aber auch niemand jammern.

30.10.2011
22:43
Ehepaar Schmitz
von Harry62 | #1

Ich bin mir nicht ganz im klaren darüber,wo das Ehepaar Schmitz so schöne Geschäfte gefunden hat. Sicherlich gibt es auch hier ein paar schöne Läden, der Rest besteht aber doch aus Billigshops, Dönerbuden oder Handyshops. Einkaufszentren, wie in Oberhausen haben wir hier nicht, die gammeln nur vor sich hin und werden bestenfalls als Toilette benutzt. Geändert wird auch nichts daran. Wie lange warten wir auf die Wiederbelebung des Hansa-Zentrums?

1 Antwort
.. so wie immer!
von nussknacker | #1-1

dem kann ich nur zustimmen!

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