Gemshörner und Flöten zur besten Kaffeezeit

Das nachmittägliche Kaffeekonzert für Senioren in der Martinskirche gehört ebenso zu den Konstanten des Festivals „Orgel Plus“, wie das Kinder- und Familienkonzert oder die Exkursion zu historischen Orgeln - wie an diesem Samstag ins niederländische Alkmaar.

Die ist mit inzwischen über 200 Teilnehmern auch komplett ausgebucht, wie der Organisator und langjährige Kantor an der Martinskirche, Gerhard Kemena, am Rande des Kaffeekonzertes mitteilte. Knapp 100 Seniorinnen und Senioren hatten sich gestern am frühen Nachmittag in dem kleinen, weihnachtlich geschmückten Gotteshaus am Pferdemarkt eingefunden. Der Duft von Kaffee und selbstgemachtem Kuchen aus dem Seitenschiff war kaum verflogen, als drei Gemshörner ihren weichen, samtigen Klang vom Chor in den Raum aufsteigen ließen.

Es war kein Nachmittag prunkvoller musikalischer Festfreude oder der brausenden Orgel. Vielmehr legten nach dem Gemshörner-Trio die Musikschülerinnen Leonie Kolberg, Pia Siegburg und Sarah Horstmann mit Werken das Shakespeare Zeitgenossen Thomas Morley, Mozarts Vater Leopold oder Georg Philipp Telemann besinnliche Intermezzi ein.

Nach einer hübschen Pastorella des Mozart-Zeitgenossen Franz-Xaver Brixi, bei der Festivalleiter Gerd-Heinz Stevens charmant mit den unterschiedlichen Klangfarben der Zungenregister und Flöten spielte, übernahmen Mozart Sohn, Wolfgang Amadeus, das Zepter. Aus dessen Klarinetten-Quintett A-Dur, KV 581, spielten die Solistin Katharina Mittag und „Hausherr“ der Martins-Orgel, Matthias Uphoff, der für Zdenko Sojcic einsprang, zwei Sätze. Die Bearbeitung für Orgel verleiht dem Stück einen neuen Charme - apart ergänzt durch den warmen, klangschönen Klarinetten-Ton von Katharina Mittag.