"Gehören wir nach Bottrop?"
31.07.2007 | 23:16 Uhr 2007-07-31T23:16:52+0200A 52-Gegner sind empört wegen der Absage der Straßen-Planer für eine Versammmlung am 14. August
Die Interessengemeinschaft, die sich gegen den Ausbau der B 224 zur A 52 wendet, ist empört darüber, dass der Landesbetrieb Straßenbau nicht zur Informationsveranstaltung am 14. August nach Bottrop kommt. Sandra Caspers: "Wir wollten doch, dass die Bürger aus erster Hand informiert werden. Viele stellen uns Fragen, die wir nicht beantworten können und hatten gehofft, dass der Landesbetrieb das kann. Das ist doch auch viel glaubhafter, als wenn wir, die unmittelbar Betroffene, das täten."
Jetzt, wo die Planungsbehörde abgesagt hat, fürchtet die Interessengemeinschaft, dass auch OB Peter Noetzel und der Beigeordnete Bernd Tischler nicht kommen.
Der Landesbetrieb Straßenbau argumentiert, die Planung sei noch im Prüf- und Genehmigungsverfahren, die Inhalte bereits im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt und Bürgern auch in Gesprächen erläutert worden. Gegenüber diesen Planungsständen hätten sich keine weiteren Veränderungen ergeben, so dass zunächst der Abschluss des laufenden Prüf- und Genehmigungsverfahren abzuwarten sei.
Wenn die Entwurfsunterlagen aus dem Bundesverkehrsministerium zurück kämen, werde man zunächst den Rat der Stadt Bottrop als Vertretung der gesamten Bürgerschaft der Stadt Bottrop über den dann gesicherten Planungsstand informieren.
Der Landesbetrieb betont aber auch, allen Betroffenen oder interessierten Bürgern jederzeit nach Terminvereinbarung zur Erläuterung der aktuellen Verfahrensstände und Planungsinhalte der A52 Planung in persönlichen Gesprächen gerne zur Verfügung zu stehen. Das Angebot will die Interessengemeinschaft auf jeden Fall wahrnehmen.
Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger haben sich in der Interessengemeinschaft zusammengefunden, und sie glauben, dass ihre Zahl noch weiter stiege, wenn die Menschen erklärt bekämen, dass nicht nur die unmittelbaren Anwohner der B 224 vom Ausbau der Bundesstraße zur Autobahn betroffen seien. Anita Porwoll: "Die gesamte Verkehrsbelastung in Welheim z.B. steigt doch an, wenn die Autobahn den Stadtteil durchschneidet. Die Gungstraße, jetzt schon hoch belastet, wird noch mehr Verkehr aufnehmen müssen."
Zudem seien Maut-Flüchter zu befürchten - Lkw, die sich dann ihren Weg durch Ortsstraß?en bahnen statt die Autobahn zu benutzen.
"Gehören wir noch nach Bottrop oder Gladbeck?" fragt sich Rudolf Lordick, der an der Everstraße jenseits der B 224 wohnt und die Insellage der Siedlung Boymannsheide dann noch extremer sieht.
Tenor der A52-Gegner: "Unsere Bewegungsfreiheit als Bürger wird eingeschränkt, damit andere, nämlich fremde Autofahrer, in Bewegung bleiben." Sie lehnen den Ausbau zur Autobahn rundherum ab, weil sie um ihre Lebensqualität und Gesundheit fürchten durch die prognostizierte Verdoppelung des Verkehrs.
Am 14. August, 19 Uhr, ist die nächste öffentliche Versammlung der Interessengemeinschaft und zwar im Boyer Hof. Am 7. und 10. August gibt es zu den Marktzeiten Infostände auf dem Boyer Markt."Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt, damit andere in Bewegung bleiben."
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