Gefährliche Erkrankung bedroht tapfere Ava aus Bottrop

Ava (3) auf dem Schoß von Papa Björn, dahinter Mama Jenny und Bruder Noah. Im Hintergrund: die Essener Freunde Daniel, Vanessa und Laura (2).
Ava (3) auf dem Schoß von Papa Björn, dahinter Mama Jenny und Bruder Noah. Im Hintergrund: die Essener Freunde Daniel, Vanessa und Laura (2).
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Für Ava (3) wird dringend ein passender Stammzellspender gesucht. Um diesen zu finden, findet am 22. Februar eine Registrierungsaktion in Essen statt.

Bottrop.. Ein kleines Mädchen aus dem Fuhlenbrock braucht dringend Hilfe: Die dreijährige Ava, ein zwar zartes, aber aufgewecktes, tapferes Kind, kämpft gegen MDS, eine lebensbedrohliche Erkrankung des blutbildenden Systems. Sie benötigt eine Übertragung gesunder Stammzellen, doch bisher konnte kein geeigneter Spender gefunden werden.

Um das zu ändern, findet am Sonntag, 22. Februar, von 10 bis 16 Uhr zusammen mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Registrierungsaktion auf der Essener Bezirkssportanlage „Am Wasserturm“ an der Frintroper Straße 306a statt. Mitmachen und dann vielleicht als Stammzellspender Leben retten kann jeder Gesunde zwischen 17 und 55 Jahren.

Wenn ein munteres kleines Mädchen wie Ava blaue Flecken am Körper hat, mag das im ersten Augenblick nicht verwundern. Doch gegen Ende September stellten Avas Eltern fest: Das ist alles andere als normal, das nimmt überhand. „Sie war praktisch ein blauer Fleck“, erzählt Papa Björn. Dazu kamen Einblutungen. Dem Gang zum Kinderarzt folgten weitere Stationen, vorläufige Diagnosen, die erste Bluttransfusion. Tief enttäuscht ist die Familie von einem Gerinnungszentrum, gut aufgenommen fühlte sie sich im Bergmannsheil. Und am Uni-Klinikum in Essen erhielt die Familie schließlich die Diagnose MDS. Das bedeutet, Avas Körper kann keine gesunden Blutzellen produzieren. Eine schlimme Nachricht – aber besser als die Ungewissheit zuvor, so Papa Björn: „Wir haben zumindest einen Feind, dem wir ins Auge blicken können.“

Avas Alltag wird von der Krankheit bestimmt. Alle zwei, drei Tage sind Bluttransfusionen nötig. „Ava bekommt Thrombozyten und alle zwei Wochen rote Blutkörperchen“, erklärt Mama Jenny. Täglich nimmt die Kleine Medikamente. Ihre Immunabwehr funktioniert nicht, daher soll sie Menschenmengen meiden, geht nicht mehr in die Kita. Umso mehr freut sie sich, wenn sie zum Spielen zu ihrer Freundin Laura (2) kann.

Jeder Infekt birgt Gefahren. „Sobald sie 38,5 Grad Fieber hat, geht’s ins Krankenhaus und sie bekommt Antibiotika.“ Eine Lungenentzündung kann tödlich sein. Auch Stürze und Verletzungen sind zu vermeiden. Dabei tobt Ava doch eigentlich so gern, sie ist schließlich ein Kind. Zuletzt wurde ihr im Krankenhaus ein fester dualer Zugang gelegt.

„Sie macht das toll, ist so tapfer“, sagen die Eltern. Zwei, die nicht so schnell unterzukriegen sind. „Kraft und Hoffnung gibt uns hauptsächlich Ava.“ Und: „Es gibt nicht einen Tag, an dem wir nicht gesagt hätten, dass Ava es schaffen wird!“

Deine Schwester wird nicht sterben – das sagen die Eltern auch ihrem fünfjährigem Bruder Noah, den die Themen Sterben und Tod stark beschäftigen. „Er hat daran zu knacken“, sagt seine Mutter. „Er versteht auch, dass er als Spender nicht passt.“

Freunde und sogar fremde unterstützen die Familie

Die Registrierungsaktion, die mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei und dem Verein DJK Adler Union Essen Frintrop organisiert wird, hat maßgeblich eine befreundete Familie aus Essen für Ava angestoßen. Um einen geeigneten Stammzellspender zu finden, hatte Daniel Tschirner zuvor auch schon die Facebook-Seite „Hilfe für Ava“ ins Leben gerufen. Für die Registrierungsaktion, die auch eine Chance für andere Patienten darstellt, holte er seinen Vater ins Boot, der in der Adler-Vorstandsarbeit aktiv ist. „Meine Mutter hat auch schon selbst Knochenmark gespendet“, erzählt Tschirner. Für die potenziellen Spender wird es am 22. Februar erst einmal nur darum gehen, fünf Milliliter Blut abzugeben.

Die Rückmeldungen, die Tschirner und Avas Familie erhalten, sind „richtig überwältigend“. „Es gibt sehr viele freiwillige Helfer“, so Tschirner. Wie etwa Team und Eltern von Avas und Noahs ev. Kindergarten im Fuhlenbrock: Sie sorgen nicht nur für Kuchen, Basteln oder Kinderschminken am Aktionstag. Sie spenden etwa auch den Erlös der Zirkusvorstellung, die Kinder am Freitag gaben, um die Typisierungen finanziell zu unterstützen. Zur Mithilfe gemeldet hat sich auch der Star Wars Kostüm-Verein „501st German Garrison“. Die Johanniter werden am Tag der Registrierung mit einem Krankenwagen vor Ort sein und helfen bei der Organisation einer Tombola. Tschirner: „Diese Erfahrung ist schön: so viel Hilfe von außen zu bekommen.“

DKMS Spendenkonto, Volksbank Dorsten, IBAN DE77426623200399399200, BIC GENODEM1DST, Stichwort AVR 001