Gedenken an Flucht und Vertreibung

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Zwar endete der Zweite Weltkrieg am 8. Mai vor 70 Jahren offiziell und die Nazi-Diktatur, die Millionen Opfer gefordert hatte, war zu Ende. Aber für Millionen Flüchtlinge hatte das Leid noch lange kein Ende. Seit Ende 1944 waren auch etwa 14 Millionen Deutsche auf der Flucht aus ihrer Heimat, die schon bald nicht mehr ihre sein sollte. Wer sich in den früheren Ostgebieten nicht schon längst auf den Weg gen Westen gemacht hatte, wurden deportiert oder in die Flucht geschlagen.

Auch in Bottrop kamen unzählige Menschen aus Ostpreußen, Pommern oder Schlesien nach langer Odyssee an. Einige Frauen, die dieses Schicksal buchstäblich am eigenen Leib erlebten und die bis heute hier eine neue Heimat gefunden haben, werden auf Einladung der „8. Mai Initiative Bottrop“ an diesem Tag zur Gedenkveranstaltung in der Alten Börse kommen und von ihrer Flucht berichten.

Wie aktuell das Thema Flucht und Vertreibung bis heute ist, wird auf dieser Veranstaltung erschreckend deutlich. Zurzeit tobt eine Debatte über die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen Teilen der Welt. Tausende machen sich auf,aus Kriegs- und Krisengebieten, um im friedlichen Europa eine neue Zukunft zu finden .Deren Schicksal stellt Bernd Brack von der Initiative „Pro Asyl / Flüchtlingsrat Essen“ in der Alten Börse vor. Wenn möglich werden dazu auch Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten eingeladen, die über ihre Erfahrung auf dem Weg in die „Festung Europa“ berichten können. Die Moderation der Veranstaltung übernehmen Stadtarchivarin Heike Biskup und Klaus Lange von der „8. Mai Initiative Bottrop“. Oberbürgermeister Bernd Tischler wird ein Grußwort sprechen. Für musikalische Begleitung sorgt das Querflötenensemble „Silberklang“ der Musikschule.