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Für Lärmschutz an Gleisen wird es erst einmal laut

09.02.2016 | 18:42 Uhr
Für Lärmschutz an Gleisen wird es erst einmal laut
Die Bahn beginnt am Bahnhof Boy mit dem Bau von Lärmschutzwänden.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Deutsche Bahn beginnt in Bottrop mit dem Bau von Schall schluckenden Mauern. Ab Ende des Monats wird in der Boy dafür rund um die Uhr gearbeitet.

Die Deutsche Bahn (DB) hat mit dem Bau neuer Schallschutzwände begonnen. Neun moderne Lärmschutzwände insgesamt sollen in den kommenden Monaten in Bottrop entlang der Schienen aufgestellt werden. Alle Wände zusammen erstrecken sich über eine Länge von 6622 Metern. Sie haben eine Höhe bis zu drei Metern und bestehen aus schallschluckenden Aluminiumelementen. Diese können den Schienenlärm um gut die Hälfte verringern, heißt es.

Baulärm nicht zu vermeiden

Die Arbeiten dafür werden voraussichtlich bis Mitte 2017 andauern. Etwa 8,5 Millionen Euro aus Fördergeldern des Bundes wird die Deutsche Bahn dafür ausgeben. Die Vorbereitungen haben jetzt in der Boy begonnen. Gearbeitet wird künftig rund um die Uhr. Denn die Bahn möchte, dass der Zugverkehr durch die Arbeiten in der Nähe der Gleise möglichst nur für kurze Zeit behindert wird.

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Geld für bessere Fenster und Lüfter

Je lauter es an einer Bahnstrecke ist und je mehr Anwohner dieser Lärm plagt, desto eher werden dort auch Schallschutzmaßnahmen vorgenommen.

Der Bund fördert dabei nicht nur den Bau von Lärmschutzwänden. Anwohner, die der Bahnlärm besonders stört, können auch Geld zum Beispiel für den Einbau von Schallschutzfenstern oder Lüftern in ihre Wohnungen bekommen.

Der Bedarf ist groß. Bis 2020 sollen im Bund 2000 Kilometer Bahnstrecken, bis 2030 dann 3700 Kilometer mit besserem Lärmschutz versehen werden.

Für die Anwohner in der Nähe der Bahnstrecken sind die Bautätigkeiten offenbar aber einige Wochen lang mit ziemlichen Lärmbelästigungen verbunden. So weist die Deutsche Bahn vorsorglich selbst auf „lärmintensive Arbeiten“ hin und bedauert „Unannehmlichkeiten“ für die Bürger. Denn, so erklärt die DB: „Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden.“

In der Boy haben die Arbeiter zur Sicherheit rot-weiße Baken entlang der Bahngleise aufgestellt und von Hand Löcher für die Gründungsrohre der Lärmschutzwände gegraben. Laut wird es vor allem werden, wenn ab Montag, 29. Februar, die Hauptarbeiten beginnen. Denn dann werden Bauarbeiter die Rohre der Schallschutzwände in den Boden rammen, betonieren und die Schallschutzelemente einsetzen. Bis Mitte März kann das voraussichtlich wohl dauern.

Jeweils vier bis sechs Wochen

In jeweils vier bis sechs Wochen langen Bauabschnitten wird die Bahn die weiteren Schallschutzwände in Bottrop aufstellen. Vorgesehen sind diese außer in der Boy von Boytal bis Weilbrock beziehungsweise von der Robert-Brenner-Straße bis zur Liesenfeldstraße. Außerdem werden in Lehmkuhle am Plankenschemm sowie an der Bahnhofstraße und auch an der Devensstraße, Morianstraße, Steigerstraße und Knappenstraße Schallschutzwände aufgestellt. Die Bahn kündigte an, dass die Anwohner vor Beginn der Arbeiten informiert werden. Vorgesehen ist der Schallschutz entlang ihrer Bahnstrecken, wenn es beispielsweise in Wohngebieten bei Gebäuden zu Lärmüberschreitungen von 70 dB(A) am Tag beziehungsweise 60 dB(A) in der Nacht kommt, erklärt die Deutsche Bahn. Die Lärmschutzmaßnahmen der Bahn in Bottrop gehen einher mit etlichen anderen Vorhaben quer durch Nordrhein-Westfalen. Bis 2018 will die Deutsche Bahn im Land an über zwanzig Bahnstrecken den Schienenlärm verringern.

Norbert Jänecke

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