Früher kam häufig der Rohrstock zum Einsatz

Zum zehnten Mal trafen sich die früheren Klassenkameraden,
Zum zehnten Mal trafen sich die früheren Klassenkameraden,
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ehemaligen Rheinbabenschüler erinnern beim Klassentreffen nach 60 Jahren sich anihre Schulzeit nach dem Krieg. Damals gab es mittags Suppe für alle.

Bottrop..  Vor genau 60 Jahren endete die Schulzeit der ehemaligen Rheinbabenschüler. Bis heute trifft sich der Jahrgang 1955 regelmäßig. Für Renate Reck sind die Einladungen zum Klassentreffen mittlerweile schon Routine geworden. „Früher haben wir uns alle fünf Jahre getroffen, jetzt finden die Treffen alle zweieinhalb Jahre statt, weil es immer wieder schön ist“, schwärmt Renate Reck.

Auch nach sechs Jahrzehnten ist der Zusammenhalt immer noch phänomenal. Zum zehnten Mal trafen sich die Ehemaligen, um in Erinnerungen zu schwelgen, obwohl die Schulzeit in den Nachkriegsjahren alles andere als ein Zuckerschlecken war. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges waren noch präsent, die Eltern mussten jede Mark zweimal umdrehen, um Schulbücher kaufen zu können. Damals herrschte noch „Zucht und Ordnung“. Mädchen und Jungen wurden in der 6. Klasse strikt getrennt. Oftmals kam auch der Stock zum Einsatz, das wissen die ehemaligen Schüler heute noch sehr gut. „Ich habe mal einen Buchstaben nicht richtig geschrieben, da gab es was auf die Finger, die kleine Narbe sieht man heute noch“, erinnert sich Renate Balgar.

Schüler versorgten den Ofen

Traf man beim Musikunterricht mal nicht den richtigen Ton hieß es gleich: setzen, fünf! Und auch die Kaminöfen in den Klassenzimmern wird wohl niemand so leicht vergessen, sie sind immer wieder Thema bei den Klassentreffen. Eine Schülerin erinnert sich: „Wir mussten die Kohle nicht mehr mitbringen, aber dafür sorgen, dass es im Klassenzimmer warm ist.“ Jeden Mittag gab es Suppe aus Riesentöpfen. In Reihe und Glied standen alle an, um etwas mit nach Hause nehmen zu können, denn für die Familien war die Nachkriegszeit nicht einfach.

Trotz allem erinnern sich die Teilnehmer bei den Klassentreffen gern an ihre Schulzeit zurück. Denn sie hatten auch viel Spaß. Noch heute lachen sie über die alten Geschichten, wie zum Beispiel Rektor Vietz die Schüler regelmäßig in die Stadt schickte, um Medikamente zu holen oder über die Geschichte mit dem Niespulver, das in der Klasse verstreut wurde.

Erinnerungen an viele gute, wie auch schlechte Stunden werden immer wieder wach, Geschichten aus der damaligen Zeit gibt es genug, sie werden immer wieder gerne erzählt. Und dass das bei dem Entlass-Jahrgang 1955 so bleiben wird steht fest. Die Ehemaligen haben sich fest vorgenommen, sich auch weiterhin regelmäßig zu treffen.