Friedhofsgebühren brauchen nicht erhöht zu werden

Rüdiger Lehr (links), Vorsitzender des Arbeitskreises Friedhöfe, und Theo Köller  von der Friedhofsverwaltung.
Rüdiger Lehr (links), Vorsitzender des Arbeitskreises Friedhöfe, und Theo Köller von der Friedhofsverwaltung.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Der Anteil der Urnenbestattungen stabilisiert sich bei rund 45 Prozent. Stadt will an Pflegeaufwand und Personal sparen. Verwaltung prüft neue Nutzungsmöglichkeiten für Trauerhalle

Die Gebühren auf den städtischen Friedhöfen sind seit drei Jahren stabil und werden auf Sicht auch nicht erhöht werden müssen, weil die Stadt Möglichkeiten zum Sparen genutzt hat und weitere Potenziale gefunden hat. Das berichten Rüdiger Lehr (SPD), Leiter des Arbeitskreises Friedhöfe, und Theo Köller vom Friedhofsamt.

Die Stadt zählt jährlich um die 1400 Sterbefälle in Bottrop. Die allermeisten der Verstorbenen werden auch in Bottrop bestattet, wenn auch ein leichter Trend zu auswärtigen „Billigbestattungen“ erkennbar sei, sagt Theo Köllner. Der in den letzten Jahre gestiegene Trend zur günstigeren Urnenbestattung ist abgeflacht: „Der Anteil stabilisiert sich bei rund 45 Prozent.“

Im neuen Jahr will die Stadt in Abstimmung mit dem Arbeitskreis den Personalaufwand weiter reduzieren und über neue Nutzungsmöglichkeiten für Gebäude nachdenken, sagen Lehr und Köller. Das Friedhofsamt hat bis zu 600 Familien angeschrieben und ihnen angeboten, unter Einhaltung der Ruhefristen die Nutzungsrechte an Gräbern zurück zu geben. Köller erwartet, dass so etwa am Ostfriedhof viele Grabflächen freigegeben und in der Folge Felder und Wege nach und nach zurück gebaut werden in weniger pflegeaufwändige Parklandschaften.Rüdiger Lehr: „Wir lassen natürlich nichts verwildern, aber wir reduzieren den Aufwand und die Infrastruktur.“

Das gleiche Ziel der Personalkosteneinsparung verfolgt die Stadt mit der Umstellung des Schließdienstes an den Toilettenanlagen. Ganz einstellen kann sie ihn nicht, weil dann Vandalismusschäden drohen. Am alten Friedhof in Kirchhellen ist ein elektronischer Schließdienst eingerichtet worden, der gesteuert wird durch den Einbruch der Dunkelheit. Dieses System hat sich nach Lehrs Angaben bewährt und soll auch auf den anderen Friedhöfen der Stadt nachgerüstet werden, sagt Lehr: „Kirchhellen ist die Referenzanlage für den vollautomatischen Betrieb.“ Die Stadt prüft derzeit, ob sie die immer weniger genutzten Trauerhallen nach Essener Vorbild als Grabstätten für Urnen (Kolumbarien) auszuweisen.