Frauenhaus in Bottrop bleibt weiter wichtig

Am Stand des AWO-Frauenhauses informierten am Donnerstag auf dem Rathausplatz (vl) Sandra Bonzol, Birgit Groß, Sandra Kamphoff, Neriman Ören-Murat und Anikó Balogh über ihre Arbeit.
Am Stand des AWO-Frauenhauses informierten am Donnerstag auf dem Rathausplatz (vl) Sandra Bonzol, Birgit Groß, Sandra Kamphoff, Neriman Ören-Murat und Anikó Balogh über ihre Arbeit.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Awo-Team stellte seine Arbeit Donnerstag auf dem Feierabendmarkt vor. 2014 suchten 112 Frauen und 80 Kinder in der Bottroper Einrichtung Schutz.

Bottrop..  Den Feierabendmarkt am Rathaus nutzten die Mitarbeiterinnen des Awo-Frauenhauses am Donnerstagnachmittag, um sich und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen: „Ja, es gibt uns immer noch, auch nach 23 Jahren noch.“

Häusliche Gewalt ist heute noch genauso ein Thema wie vor Jahrzehnten, eher sogar ein noch größeres. „Die Zahlen sind gestiegen“, erklärt Sozialarbeiterin Sandra Bonzol mit Blick auf die letzten Jahre im Bottroper Frauenhaus. Ähnliche Erfahrungen gibt es auch in anderen Ruhrgebietsstädten.

Immer mehr junge Frauen suchen Schutz

Dabei wächst vor allem die Zahl junger Frauen, die im Frauenhaus Schutz suchen. Nicht immer fliehen sie vor ihrem Lebenspartner, oft auch aus ihrem Elternhaus. Unter 25-Jährige haben keinen Anspruch auf eine eigene Wohnung, sie müssen im Elternhaus bleiben, auch wenn das Zusammenleben eigentlich schon lange nicht mehr funktioniert.

Oft muss ihnen dann aber auch die Tür das Frauenhauses verschlossen bleiben, klagt Sandra Bonzol. Denn Anspruch auf die Unterbringung hat nur eine Frau, die Transferleistungen bezieht und das gilt weder für Schülerinnen noch für Auszubildende – eine Folge der Finanzierung von Frauenhäusern über Tagessätze für die Hilfesuchenden anstelle von Pauschalleistungen.

112 Frauen und 80 Kinder haben im vergangenen Jahr im Awo-Frauenhaus Schutz gefunden. In der Regel beträgt die Verweildauer mindestens zwei Monate. Manchmal ist es nicht so einfach, für die Bewohnerinnen – oft sind es alleinerziehenden Mütter und ihre Kinder – eine Wohnung in Bottrop zu finden.

18 Plätze gibt es im Frauenhaus, das vier Stellen hat. Neben Sandra Bonzol ist hier auch Neriman Ören-Murat als Sozialarbeiterin im Einsatz, Anikó Balogh kümmert sich als Erzieherin um die Kinder und Birgit Groß ist Verwaltungs- und Hauswirtschaftsmitarbeiterin. Die Mitarbeiterinnen kümmern sich in der Krisensituation um die Frauen, begleiten sie bei Behördengängen, helfen ihnen etwa bei der Beschaffung von Kleidung, Spielzeug und Möbeln.

Frauenhaus bittet um Spenden

„Die Finanzierung der Frauenhäuser ist extrem knapp“, klagen die Mitarbeiterinnen. Ein weiterer Grund, einmal im Jahr in der Öffentlichkeit für ihre Anliegen zu werben. Denn Spenden werden immer gebraucht, gleich ob es Geldspenden sind oder Sachspenden wie Kleidung, Haushaltsgegenstände oder Spielsachen für die Kinder. Denn oft fliehen die Frauen Hals über Kopf ohne Gepäck.

Infos auf: www.awo-gelsenkirchen.de