Frauen-Teams in Bottrop wünschen der WM mehr Beachtung

Blau-Weiß Fuhlenbrock
Blau-Weiß Fuhlenbrock
Foto: BWF
Was wir bereits wissen
Bottroper Fußballerinnen wünschen sich mehr Aufmerksamkeit für das Turnier in Kanada. Viele Bottroper Vereine gründen und fördern Frauen-Teams.

Bottrop.. Die Frauen-WM 2015 ist im vollen Gange, doch nicht nur in Kanada wird mitgefiebert, sondern auch in Bottrop. Hier ist die Saison gerade beendet, es wurde um den Aufstieg gekämpft, aber auch um Pokale, Titel und gegen den Abstieg. Eine lange, kräftezehrende Saison liegt hinter den Bottroper-Fußballerinnen, Trainern und Jugendleitern.

Kaum Bundesligaspiele im TV

Lydia Schörner ist die Referentin für den Mädchenfußball im Kreis 10 (Bottrop/Oberhausen). Auch sie hat nun endlich mehr Zeit, die WM-Spiele zu gucken. „Ich verfolge gerne Abends mit meiner Familie die Frauen-WM. Auch, wenn diese erst spät am Abend läuft. Ich finde es jedoch schade, dass die WM im Gegensatz zu der der Männer nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit bekommt. Trotz der guten Entwicklung hat der Frauenfußball noch lange nicht das gleiche Ansehen. Es fängt schon während der normalen Saison an, jedes Bundesligaspiel der Männer wird übertragen, bei den Frauen dagegen nur ein Meisterschaftsspiel pro Woche auf ,Sport1’. Eine magere Angelegenheit“.

Bottroper Vereine sehen dies genauso. Immer mehr fördern und gründen Mädchen- und Frauenteams. Darunter die Batenbrocker Ruhrpott Kicker (Bezirksliga), der VfR Ebel (Kreisliga), der VfB Bottrop (Kreisliga) oder der SV Rhenania, der nach der guten Jugendarbeit der Vorjahre nun eine Frauenmannschaft ins Rennen schickt (Kreisliga). Auch beim VfL Grafenwald wird gekickt (Kreisliga). Beim SV Blau Weiß Fuhlenbrock spielt Bottrops höchstspielende Frauenmannschaft (Landesliga). Auch hier ist die WM in der Sommerpause ein heißes Thema. Und mit ihr die Probleme im Frauenfußball. Der Tenor: Der Frauen-Fußball bekomme zu wenig Aufmerksamkeit. Eine bessere Förderung müsse her. Wie bei den Männern sollte es sein!

"Vorbilder sind wichtig für den Nachwuchs"

Christiane Weidemann ist Geschäftsführerin und Schiedsrichterin bei Blau-Weiß, arbeitet seit Jahren mit fußballspielenden Mädchen und Frauen zusammen. „Das wird eine spannende WM und somit eine Werbung für den Frauenfußball. Vorbilder sind wichtig für den Nachwuchs“, sagt sie.

Nachwuchs wird auch bei den Schiedsrichtern gesucht. In Bottrop steige das Interesse der Mädchen an dieser Aufgabe, heißt es auf Nachfrage bei den einzelnen Vereinen.

„Frauen können kein Fußball spielen“ – ein Satz, den wohl schon jede fußballspielende Frau einmal gehört hat. Dass er nicht stimmt, kann derzeit abends auf dem Fernsehschirm bei der WM in Kanada verfolgt werden. Auch die Bottroper Frauen beweisen regelmäßig ihr Können gegen starke Gegner. In der Landesliga traf Fuhlenbrock beispielsweise auf die Reserve der SGS Essen, in der mehrere ehemalige Bundesligaspielerinnen am Ball sind.

Tag des Mädchenfußballs

Doch unterscheidet sich Frauenfußball so sehr vom Männerspiel? Wie stehen die Bottroper Männer eigentlich zum Thema Frauen-WM? „Ich bin Schiedsrichter und verfolge die Frauen-WM. Ich finde es interessant zu sehen, wie sich der Frauenfußball entwickelt. Die Frauen-WM bekommt in meinen Augen zu wenig Aufmerksamkeit. Ein Beispiel: Einen Ort, an dem die Massen wie bei der Männer-WM mitfiebern, kenne ich gar nicht“, sagt Welat Zabel, ein Schiedsrichter aus Bottrop. „Ich selbst habe schon Mädchen- und Frauenspiele geleitet, doch im Vergleich zu den Männern sind diese weniger taktisch geprägt und langsamer. Was die Härte angeht, können Frauen auch ganz schön zulangen“, sagt Zabel schmunzelnd“.

Eine Kreisauswahl für Mädchen

In Bottrop kommt der Frauen-Fußball eigentlich nicht zu kurz. In den Schulen wird im Sportunterricht gearbeitet, um jungen Mädchen die Lust an dem Ballspiel nahe zu bringen. Es gibt Mädchen-Schulstadtmeisterschaften (Sieger 2015: Willy-Brandt-Gesamtschule), beim großen Berufsschulturnier spielen Mädchen mit und der Fußballkreis veranstaltet regelmäßig den „Tag des Mädchenfußballs“. Zudem gibt es eine Mädchen-Kreisauswahl, in der sich talentierte Mädchen von der U11 bis zur U15 beweisen können. Vielleicht lockt dann auch irgendwann einmal die WM.