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Frauen stolz auf Zertifikat - mehr Chancen auf Arbeitsmarkt

29.02.2016 | 17:35 Uhr
Frauen stolz auf Zertifikat - mehr Chancen auf Arbeitsmarkt
OB Bernd Tischler überreichte 12 stolzen Migrantinnen ihre Zeugnisse im Zuge der Qualifizierungs-MaßnahmeFoto: Joachim Kleine-Büning

Bottrop.   Zeugnisübergabe für zwölf nun ausgebildete Migrantinnen in den Bereichen Altenpflege und Hauswirtschaft. OB Bernd Tischler lobt Vorbildfunktion.

Die Zeugnisübergabe für ihre abgeschlossene Ausbildung feierten am Montag zwölf türkischstämmige Migrantinnen im Ratssaal. Aus den Händen von Oberbürgermeister Bernd Tischler bekamen die Frauen ihr Zertifikat, auf das sie im Rahmen der beruflichen Qualifizierungs-Maßnahmen die letzten 18 Monate hingearbeitet hatte.

Im Stadtteilzentrum „Ebel 27“ finden seit nunmehr vier Jahren solche Weiterbildungen statt, die von Dieter Pillath, Leiter des Referates für Migration der Stadt, initiiert werden. Die bisher zweite Gruppe dieses Formates hat sich nun für die Bereiche der praktischen Altenpflege und der Hauswirtschaft qualifiziert und ist nun in der Lage, selbstständig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Leiterin von „Ebel 27“, Yüksel Gür, hat das Projekt eigenständig konzeptioniert und an die Bedürfnisse der Migrantinnen angepasst.

In Kooperation mit der Studiengemeinschaft Darmstadt, die die Fernlernmaterialien zur Verfügung gestellt hat, konnten die Frauen deshalb flexibel und an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst, lernen. Praktika, die mit den Kooperationspartnern vom Jobcenter und dem Deutschen Roten Kreuz möglich wurden, sorgten hier für die praxisorientierte Ausbildung neben der Theorie. Zudem stand das Team den Absolventinnen fachlich und sprachlich zur Seite. Voller Stolz erklärte Gür, dass die Frauen nun einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit, Emanzipation und Integration gegangen seien.

Auch der Oberbürgermeister betonte an dieser Stelle, welche Vorbildfunktion die Migrantinnen nun einnehmen würden: „Ich hoffe, dass sich ihre Erwartungen und Hoffnungen an die Zukunft erfüllen.“

Kommende Projekte

Neben der Feierstunde nutzten die Organisatoren die Gelegenheit, auf kommende Projekte zu verweisen. Die positiven Erfahrungen mit den türkischstämmigen Migrantinnen veranlassten Yüksel Gür dazu, im März ein neues Format auf die Beine zu stellen. Erstmals richtet sich die Qualifizierungsmaßnahme nun an zehn arabisch-sprechende Frauen, die sich als Fachkräfte für Sozialdienst und Gesundheit ausbilden lassen. „Ich bin sehr stolz auf die Frauen, die es geschafft haben, sehe aber die auch die neuen Projekte, die nun auf uns zukommen.“ In einem halbjährigen Kurs würden die Migrantinnen intensiv die deutsche Sprache erlernen, um als Multiplikatoren in der Flüchtlingsarbeit eingesetzt werden zu können.

Nächster Kurs startet in zwei Monaten

In diesem Zuge arbeitet sie zurzeit auch ein zweites, neues Projekt aus. In etwa zwei Monaten beginnen dann sechs männliche Asylsuchende ebenfalls einen halbjährigen Kurs. Auch hier steht eine intensive Deutschförderung im Mittelpunkt der Weiterbildung. In diesem Rahmen wird Gür mit dem Stadtteilzentrum „Welheim 64“ zusammenarbeiten. Dieses Projekt wiederum werde nicht von der Stadt, sondern von einem anonymen Spender finanziert. Gür: „Ich bin gespannt auf die Herausforderungen der nächsten Zeit.“

Katrin Simoneit

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2016-02-29 17:35
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