Flugzeuge erst bauen – dann fliegen

Jannik Ostendorf beim Schülerpraktikum in der Firma Extra Flugzeugbau am Flugplatz Schwarze Heide.
Jannik Ostendorf beim Schülerpraktikum in der Firma Extra Flugzeugbau am Flugplatz Schwarze Heide.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Sein Betriebspraktikum beim Flugzeugbauer Extra bestärkt Jannik Ostendorf (14) in seinem Berufswunsch: Pilot. Die Fächerwahl für die Oberstufe will der Neuntklässler vom Josef-Albers-Gymnasium darauf abstimmen.

Bottrop..  Die Piloten-Uniform, die möchte Jannik Ostendorf später einmal tragen. Zurzeit steckt der 14-Jährige allerdings im Blaumann: Bei der Flugzeugbau-Firma Extra am Flugplatz Schwarze Heide geht für den Neuntklässler des Josef-Albers-Gymnasiums heute ein 14-tägiges Betriebspraktikum zu Ende. Sein Fazit: „Meine Erwartungen wurden übertroffen.“

Für jemanden, dessen Leidenschaft das Fliegen ist (Jannik ist jüngstes Mitglied im Luftfahrt-Verein Bottrop), kann es vermutlich keinen interessanteren Ort geben als diesen: In den hellen Hallen stehen Kunstflugzeuge in den unterschiedlichsten Stadien der Produktion – vom bloßen Stahlgerippe bis hin zum fertig lackierten Flieger. Verschiedene Kunstflugzeug-Modelle und auch eine Sechs-Sitzer-Reiseverkehrsmaschine werden bei Extra von A bis Z produziert, weltweit verkauft und bei Bedarf gewartet. In den vergangenen zwei Wochen konnte Jannik in verschiedene Abteilungen hineinschnuppern – und auch selbst Hand anlegen. So hat der junge Segelflieger im FVK-Bereich (Faserverbundkunststoffe) bei einem Vakuumtest mitgewirkt. „Die Form für ein Bauteil wurde repariert und danach auf undichte Stellen hin untersucht“, erläutert der Schüler. In der Lackiererei wiederum konnte der 14-Jährige Bauteile mit Schmirgelpapier anschleifen, damit diese lackiert werden konnten.

180 Praktikanten im Einsatz

Betrieb mit 65 Mitarbeitern

Klar, auch typische Praktikanten-Aufgaben wurden ihm aufgetragen: Schnee-Schieben etwa oder das Säubern einer mit Kleberesten übersäten Arbeitsplatte. Abschrecken konnte das den 14-Jährigen allerdings nicht, im Gegenteil: Die Einblicke in den Betrieb mit seinen 65 Mitarbeitern, die er gewonnen hat, bestärken Jannik in seiner Vorstellung, beruflich etwas rund ums Flugzeug zu machen. Besser kann ein Praktikum zur Berufsorientierung womöglich gar nicht laufen. „Ich könnte mir vorstellen, Flugzeugbau in Erwägung zu ziehen“, sagt der Gymnasiast. Auch wenn sein Traumjob eigentlich Pilot ist. Kenntnisse vom Aufbau und der Technik einer Maschine sind da allerdings garantiert nicht verkehrt. Andrea Schulik, bei Extra u.a. verantwortlich für Personal, erzählt: „Wir hatten hier schon einen Auszubildenden, der hat Fluggerätemechaniker gelernt und fing dann an zu studieren.“ Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Janniks Berufswunsch wird auch seine Fächer-Wahl für die Oberstufe beeinflussen: „Ich möchte auf jeden Fall Englisch als Leistungskurs nehmen“, erzählt Jannik. Und was Mathe und Physik angeht – unverzichtbare Fächer, wie Andrea Schulik bestätigt – will der 14-Jährige sich reinhängen.

Mit dem Job-Ziel fest vor Augen fällt dem Schüler das Lernen ja vielleicht gleich leichter.