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Flugzeuge erst bauen – dann fliegen

17.01.2013 | 18:16 Uhr
Flugzeuge erst bauen – dann fliegen
Jannik Ostendorf beim Schülerpraktikum in der Firma Extra Flugzeugbau am Flugplatz Schwarze Heide.Foto: Thomas Goedde

Bottrop.   Sein Betriebspraktikum beim Flugzeugbauer Extra bestärkt Jannik Ostendorf (14) in seinem Berufswunsch: Pilot. Die Fächerwahl für die Oberstufe will der Neuntklässler vom Josef-Albers-Gymnasium darauf abstimmen.

Die Piloten-Uniform, die möchte Jannik Ostendorf später einmal tragen. Zurzeit steckt der 14-Jährige allerdings im Blaumann: Bei der Flugzeugbau-Firma Extra am Flugplatz Schwarze Heide geht für den Neuntklässler des Josef-Albers-Gymnasiums heute ein 14-tägiges Betriebspraktikum zu Ende. Sein Fazit: „Meine Erwartungen wurden übertroffen.“

Für jemanden, dessen Leidenschaft das Fliegen ist (Jannik ist jüngstes Mitglied im Luftfahrt-Verein Bottrop), kann es vermutlich keinen interessanteren Ort geben als diesen: In den hellen Hallen stehen Kunstflugzeuge in den unterschiedlichsten Stadien der Produktion – vom bloßen Stahlgerippe bis hin zum fertig lackierten Flieger. Verschiedene Kunstflugzeug-Modelle und auch eine Sechs-Sitzer-Reiseverkehrsmaschine werden bei Extra von A bis Z produziert, weltweit verkauft und bei Bedarf gewartet. In den vergangenen zwei Wochen konnte Jannik in verschiedene Abteilungen hineinschnuppern – und auch selbst Hand anlegen. So hat der junge Segelflieger im FVK-Bereich (Faserverbundkunststoffe) bei einem Vakuumtest mitgewirkt. „Die Form für ein Bauteil wurde repariert und danach auf undichte Stellen hin untersucht“, erläutert der Schüler. In der Lackiererei wiederum konnte der 14-Jährige Bauteile mit Schmirgelpapier anschleifen, damit diese lackiert werden konnten.

Im Einsatz
180 Praktikanten im Einsatz

Mit Jannik Ostendorf absolvieren heute 179 weitere Neuntklässler des Josef-Albers-Gymnasiums ihren letzten Praktikumstag. Die Schüler hatten sich bei ganz unterschiedlichen Betrieben beworben. In den handwerklich-industriellen Bereich schnupperten allerdings nur 27 Gymnasiasten (14,9 %) hinein – damit ist in dieser Branche gegenüber den Vorjahren eine abfallende Tendenz zu beobachten, stellt Praktikumsorganisatorin Wiltrud Läufer fest. 38,2 % der Praktikanten suchten sich den Dienstleistungsbereich aus, 21,1 % setzten auf klassische Verwaltungsberufe (jeweils steigende Tendenz), 14,4 % auf freie Berufe (z.B. Arzt, Rechtsanwalt).

Verstärktes Interesse zeigten einige Schüler (insgesamt fünf) im Umgang mit Öffentlichkeitsarbeit. So erkundeten erstmals zwei Schüler die politische Arbeit in den Büros der SPD und der Landtagsabgeordneten Cornelia Ruhkemper. Und mit Steffen Ludwig absolvierte ein Neuntklässler sein Praktikum in der WAZ-Sportredaktion.

30 Schülerinnen und Schüler hatten sich einen Praktikumsbetrieb außerhalb Bottrops ausgesucht. „Das heißt auch, lange Wege in Kauf zu nehmen“, so Wiltrud Läufer. Und das wiederum spreche u.a. für die Ernsthaftigkeit der jungen Leute im Umgang mit ihrer Praktikumserfahrung.

Betrieb mit 65 Mitarbeitern

Klar, auch typische Praktikanten-Aufgaben wurden ihm aufgetragen: Schnee-Schieben etwa oder das Säubern einer mit Kleberesten übersäten Arbeitsplatte. Abschrecken konnte das den 14-Jährigen allerdings nicht, im Gegenteil: Die Einblicke in den Betrieb mit seinen 65 Mitarbeitern, die er gewonnen hat, bestärken Jannik in seiner Vorstellung, beruflich etwas rund ums Flugzeug zu machen. Besser kann ein Praktikum zur Berufsorientierung womöglich gar nicht laufen. „Ich könnte mir vorstellen, Flugzeugbau in Erwägung zu ziehen“, sagt der Gymnasiast. Auch wenn sein Traumjob eigentlich Pilot ist. Kenntnisse vom Aufbau und der Technik einer Maschine sind da allerdings garantiert nicht verkehrt. Andrea Schulik, bei Extra u.a. verantwortlich für Personal, erzählt: „Wir hatten hier schon einen Auszubildenden, der hat Fluggerätemechaniker gelernt und fing dann an zu studieren.“ Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Janniks Berufswunsch wird auch seine Fächer-Wahl für die Oberstufe beeinflussen: „Ich möchte auf jeden Fall Englisch als Leistungskurs nehmen“, erzählt Jannik. Und was Mathe und Physik angeht – unverzichtbare Fächer, wie Andrea Schulik bestätigt – will der 14-Jährige sich reinhängen.

Mit dem Job-Ziel fest vor Augen fällt dem Schüler das Lernen ja vielleicht gleich leichter.

Nina Stratmann



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