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Flüchtlingskinder lernen spielend Deutsch

17.02.2016 | 11:00 Uhr
Flüchtlingskinder lernen spielend Deutsch
Flüchtlingskinder aus dem Welcome-Haus der evangelischen Kirche haben jetzt mit Michael Bier und ihren Betreuerinnen die Arche Noah besucht. Gesine Timnmer (m), die neue Arche-Leiterin,Foto: Michael Korte

Bottrop.   Zum Thema „Tiere“ haben sie jetzt die Arche Noah besucht. Gruppe kleiner Flüchtlinge geht seit September ins Welcome-Haus der ev. Kirche.

Als „Schnitzel“ sie gleich im Eingangsbereich freudig begrüßt, wird den Kindern ein bisschen mulmig zumute. Das freilaufende Hängebauchschwein ist eines der Markenzeichen der Arche Noah und dort waren jetzt die Flüchtlingskinder aus dem Welcome-Haus Im Beckedahl der evangelischen Kirche zu Gast. „Unser Thema ist gerade ‘Tiere’ – da lag es ja nahe, mal die Arche zu besuchen“, erklärt Michael Bier, Koordinator der Arbeit.

Gleich am Morgen haben sich acht Kinder mit ihren Betreuerinnen auf den Weg zur Arche gemacht und als erstes einen Rundgang über das Gelände unternommen. Dabei war vielen von ihnen anzumerken, dass sie ansonsten kaum mit Tieren zu tun haben. Die anfängliche Scheu legte sich aber schnell, als sie Schafe füttern und Kaninchen streicheln durften, und am Ende bekamen auch die Pferde noch ihre Streicheleinheiten ab. Immer im Schlepptau war „Schnitzel“. Das zutrauliche Hängebauchschwein hatte auch dann nichts gegen die vielen Kinderhände, die nach ihm griffen, als das Eis endlich gebrochen war.

15 Kinder werden im Welcome-Haus betreut

Als das Eis gebrochen war, trauten sich die kleinen Flüchtlingskinder auch näher an die Tiere ran. Hier füttert Steven zusammen mit Gesine Timmer Herbert, das Hängebauchschwein. Foto: Michael Korte

Seit Mitte September werden 15 Flüchtlingskinder zwischen drei und sechs Jahren an fünf Tagen in der Woche vormittags im ehemaligen Pfarrhaus Im Beckedahl betreut. Das Geld dafür gibt das Land. „Einige der Kinder können jetzt schon in ganzen Sätzen Deutsch reden“, berichtet Michael Bier stolz. Und sind damit schon weiter als ihre Eltern, weil ihnen das Lernen ja noch viel leichter fällt.

Für jeweils ein Elternteil bietet das „Welcome Haus“ parallel zur Kinderbetreuung im Haus inzwischen auch von mittwochs bis freitags einen Deutschkurs an. Dafür hat die Kirche eine Lehrerin eingestellt. Außerdem wurde auch eine Sozialpädagogin engagiert, die sich um die Belange der Familien kümmert. Dabei kann es beispielsweise um die Wohnungsuche gehen, Hilfe bei Anträgen oder Besuchen bei Ämtern. Einige ältere Flüchtlingskinder nehmen am Vorschulprogramm der benachbarten Kita teil. Sie werden im Sommer eingeschult, der Übergang soll ihnen möglichst leicht gemacht werden.

Vier weitere Gruppen beantragt

Weil der Bedarf so groß ist, hat die Kirche inzwischen zwei weitere „Welcome-Häuser“ für Eltern und Kinder eröffnet, das eine im JuKo´s an der Ruhroelstraße, das andere im Martinszentrum an der Kirche. Beide haben jeweils eine Gruppe mit fünf Kindern. Dennoch gibt es eine Warteliste von weiteren zwölf Kindern. „Und der Bedarf wächst“, erklärt Michael Bier. Die Kirche hat deshalb beim Land weitere vier Gruppen beantragt. Für eine Gruppe bewilligt das Land jeweils 20 Fachkraftstunden pro Woche. Im Pfarrhaus Im Beckedahl hat man die drei Gruppen zusammengelegt, damit die Kinder täglich kommen können und sich so an eine gewisse Struktur gewöhnen können – wie es sie ja später auch in der Schule gibt.

Die Kinder, die hier betreut werden, kommen überwiegend aus Syrien und Afghanistan, einige aus Nigeria. Der überwiegende Teil von ihnen wird auf Dauer in Deutschland bleiben können. Wichtig also, dass Eltern wie Kinder so schnell und so gut wie möglich Deutsch lernen. In den „Welcome-Häusern“ wird nur Deutsch geredet und manchmal klappt die Verständigung auch nur mit Händen und Füßen. Aber es wird.

Ute Hildebrand-Schute

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2016-02-17 11:00
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