Flüchtlinge: Bottrop ist vorbereitet

Die Prognose des Bundesamtes für Migration über eine Verdoppelung der Asylanträge in diesem Jahr (die WAZ berichtete) kommt für Stadtkämmerer Willi Loeven nicht überraschend. Die Stadt hat sich darauf schon zum Jahresanfang eingestellt, sagt Loeven auf WAZ-Anfrage: „Das Bundesamt war optimistischer als wir. Die Bundesländer sind schon von deutlich höheren Zahlen ausgegangen. Daran haben wir uns orientiert.“ Deshalb hat die Stadt die Prognose über die in diesem Jahr in Bottrop zu erwartenden Flüchtlinge von 700 auf 1200 erhöht. Die Zahlen des Bundesamtes ließen allerdings darauf schließen, dass diese Zahl die Untergrenze der möglichen Zahl der Flüchtlinge markiere: „Für die Unterbringung werden wir jeden Platz brauchen, den wir kriegen können. Deshalb bin ich heilfroh, dass so viele Vermieter uns Wohnungen anbieten. Wir brauchen sie mehr denn je.“ Weil die Stadt damit rechnet, dass die Flüchtlingsströme weiter anhalten, plant sie für 2016 den Bau zusätzlicher Aufnahme-Einrichtungen.

Da die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes an ihre Grenzen stoßen, rechnet Loeven mit einem Mehraufwand an Verwaltung, weil medizinische und asylrechtliche Fragen nicht zentral in den Landeseinrichtungen geklärt werden, sondern vor Ort. Mindestens die Bearbeitung der Asylanträge soll künftig schneller gehen: Beim Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière gestern angekündigt, noch dieses Jahr dafür 750 neue Stellen zu schaffen.