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Sinnvolle Beschäftigung

Flüchtlinge arbeiten gemeinnützig

18.03.2016 | 18:29 Uhr
Flüchtlinge arbeiten gemeinnützig
Reinigungs- und GrünpflegearbeitenFoto: Tom Thöne

Bottrop.   Das Asylbewerberleistungsgesetz verpflichtet sie zu solchen 1,50-Euro-Jobs. Die meisten sind froh über eine Beschäftigung wie Reinigungsarbeiten.

Was Essen erst noch plant, macht Bottrop längst: Die Stadt beschäftigt Flüchtlinge sinnvoll. „80 bis 100 Asylbewerber sind schon im Einsatz“, erklärt Peter Sommer, Leiter des Sozialamtes. Sie halten beispielsweise die Unterkünfte am Borsigweg und die Körnerschule sowie das Umfeld sauber.

„Das ist eine gute Sache“, sagt Peter Sommer. „Die Leute sind froh, eine Beschäftigung zu haben und nicht den ganzen Tag untätig herumsitzen zu müssen. Das fördert auch ihr Selbstwertgefühl.“ Und schließlich: Die Tätigkeit bringt ihnen auch zusätzliches Geld ein, das nicht auf die Sozialleistungen angerechnet wird. Die Tätigkeit wird nämlich mit 1,50 Euro die Stunde entlohnt. 30 Stunden können sie wöchentlich arbeiten und bis zu 160 Euro im Monat verdienen.

„Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind Asylbewerber zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet“, erläutert Sommer. Sie können also jederzeit zu solchen Tätigkeiten herangezogen werden, wenn sie über 18 Jahre alt sind und müssen sogar Sanktionen fürchten, wenn sie sich weigern. Eine Ausnahme ist, wenn gesundheitliche Gründe gegen eine Tätigkeit sprechen; die müssen dann allerdings auch mit einem Attest nachgewiesen werden. Der überwiegende Teil der Asylbewerber sei bereit, gemeinnützig zu arbeiten und frage auch selber danach, so Sommer.

Sprachkenntnisse fehlen oft

Dabei gebe es allerdings zwei Probleme. Erstens: Durch die gemeinnützige Tätigkeit dürfen keine Arbeitsplätze wegfallen. Zweitens: die mangelnden Sprachkenntnisse der Flüchtlinge. „Die Asylbewerber müssen vorher aus Sicherheitsgründen durch einen Vorarbeiter eingewiesen werden“, erklärt Christian Haarmann vom Sozialamt. Da aber die wenigsten Vorarbeiter Englisch oder Französisch sprechen, sei eine Verständigung oftmals schwierig. Arbeit gebe es vor allem für Männer im Sport- und Bäderbetrieb oder beim Grünflächenamt. Auch in Schulen und Kitas könnte sich Peter Sommer den Einsatz von Flüchtlingen vorstellen. In Konkurrenz zu Arbeitslosen stünden sie dabei nicht. Für die gebe es 1,50-Euro-Jobs und andere Maßnahmen beim Jobcenter.

„Das ist ein gutes Modell, das sollte ausgeweitet werden“, erklärt Peter Sommer zu den gemeinnützigen Arbeiten für Flüchtlinge. Das zu organisieren, mache allerdings auch viel Arbeit, für die im Sozialamt momentan die Kapazitäten fehlen. Das Amt ist aber dabei, sich personell zu verstärken. Außerdem will die Stadt in den Quartieren bei der Flüchtlingsarbeit künftig noch stärker mit den Wohlfahrtverbänden zusammenarbeiten.

Ute Hildebrand-Schute

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2016-03-18 18:29
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