Fischbrötchen als Samstagsritual auf dem Markt
14.10.2012 | 14:55 Uhr 2012-10-14T14:55:00+0200
Bottrop. Die Fischstände auf dem Markt sind ein beliebter Treffpunkt für Bottroper. Der herzhafte Snack gehört einfach zum Marktbummel, sagen die Besucher. Viele, die heute da sind, waren früher mit Eltern oder Großeltern schon zwischen den Buden unterwegs.
Krabben? Lachs? Oder lieber den Klassiker, Matjes mit Zwiebeln? Keine leichte Entscheidung - und die Schlange wird immer länger. Denn die Fischbrötchen und der Wochenmarkt gehören einfach zusammen. Ein halbes Brötchen, belegt mit Leckerem aus dem Meer, die beiden Fischstände, die das anbieten sind längst zum Treffpunkt für Bottroper und auswärtige Marktbesucher geworden. Die Menschen knubbeln sich um die Stände und lassen es sich schmecken. Den Matjes vor allem, denn der mit Zwiebeln verfeinerte junge Hering ist der Renner.
Besondere Atmosphäre
Auch Thomas Gamerad schwört auf das Samstagsritual „Markt und Fischbrötchen“. Ihn findet man am Stand von Cornelia Keisel. Dort lässt er sich den Matjes schmecken: „Aber grundsätzlich die obere Hälfte eines Brötchens“, verrät er. Ob die Deko aus einer Gewürzgurke oder einer Tomatenscheibe besteht – egal. Seitdem er samstags regelmäßig frei hat, sind die Fischstände für den Eigener zu einem Treffpunkt geworden. „Hier trifft man Leute und kommt ins Gespräch. Es ist gesellig“, lobt er die besondere Atmosphäre. Seine Frau schwöre übrigens auf einen anderen Fischstand, das Brötchen gehöre für sie aber genauso zum Marktbummel wie für Thomas Gamerad selbst.
Zustimmung gibt’s von Doris und Peter Sturm. Die beiden haben sich gerade mit frisch belegten Brötchen versorgt. Doris Sturm setzt ausgerechnet heute mal auf Abwechslung. „Eigentlich nehme ich ja sonst immer ein Lachsbrötchen“, sagt sie und beißt genüsslich zu – in ihr Matjes-Brötchen. Seit wann das Ehepaar regelmäßig die Fischstände auf dem Markt besucht? Schulterzucken. Peter Sturm spricht von einer „Tradition“, es gebe das Angebot ja schon sehr lange. „Wir gehen jeden Samstag auf den Markt und irgendwann frage ich meine Frau dann, ob sie Lust auf ein Fischbrötchen hat. Dann wird hier gedubbelt.“
Alle 90 Minuten Nachschub
Schon seit sie denken kann, ist das Fischbrötchen und das Treffen auf dem Markt das „Samstagsritual“ für Kerstin Müller. „Das ist schon so, seit ich klein war. Ich war hier mit meinen Großeltern und Eltern regelmäßig.“ Ernst Krichel schätzt solche Familientraditionen: „Viele Kunden kenne ich aus der Zeit, da saßen sie im Kinderwagen. Heute haben sie selbst einen dabei.“ Bei ihm ist eine Mitarbeiterin nur damit beschäftigt, Nachschub für die Marktbesucher herzustellen. „Alle anderthalb Stunden holt sie frische Brötchen beim Bäcker.“ Es seien „Mengen“, die an so einem Tag über die Theke gehen. Etwas präziser wird Cornelia Keisel. Von „150 bis 200 Brötchen“ an einem durchwachsenen Tag spricht sie. Bei dem richtigen Wetter „wesentlich mehr, nach oben ist die Grenze offen“.

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