Firmen müssen auf Nachwuchs zugehen

Start frei für das neue Buchungsportal zur Berufsfelderkundung: Carsten Taudt, Dr. Richard Schröder und Martin Prüsener  (von links) geben das Startsignal.
Start frei für das neue Buchungsportal zur Berufsfelderkundung: Carsten Taudt, Dr. Richard Schröder und Martin Prüsener (von links) geben das Startsignal.
Foto: MAIK GRUNDMANN
Was wir bereits wissen
Die Handels- und Handwerkskammern stellen ein landesweit angelegtes Projekt vor. Neben mehr Praktika und Betriebserkundungen gibt es auch eine Plattform im Internet, die Verbindungen knüpft.

Bottrop / Recklinghausen..  Über neue Wege der Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften informierten sich jetzt rund 50 Vertreter von Unternehmen aus der Region im Tüv-Nord-College in Recklinghausen. Die Informationsveranstaltung war der zweite Termin in der Reihe „Chancen zur Fachkräftegewinnung“, der weitere, auch in Bottrop, folgen werden.

Im Mittelpunkt steht das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf“, das Schülerinnen und Schülern tiefe Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt ermöglichen will.

„Machen Sie mit, öffnen Sie Schülerinnen und Schüler Ihre Türen“, appellierte Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung der hiesigen Industrie- und Handelskammer, an die Unternehmer. Gemeinsam mit Martin Prüsener von der Kreishandwerkerschaft und Dr. Richard Schröder vom regionalen Bildungsbüro Recklinghausen, stellte Taudt das neue Programm vor. Ziel ist es, den Übergang von Schule in den Beruf zu optimieren.

Erkundungen

Vor allem betriebliche Erkundungen sollen die Qualität der Berufsorientierung verbessern. Vorgesehen ist, dass alle Schüler in der achten Klasse drei verschiedene Berufsfelder in Unternehmen an jeweils einem Tag erkunden, um so Einblicke in die Praxis zu erhalten.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab Schröder den Startschuss für das neue Buchungsportal, mit dem Schüler und Unternehmen schnell und unbürokratisch zusammenfinden sollen. Dort können ab sofort Betriebe online Plätze und Formate für die Berufsfelderkundung einstellen, Schüler und Schulen nach passenden Angeboten am Ort suchen.

Taudt und Prüsener waren sich einig, dass auf diesem Wege insbesondere kleine und mittlere Unternehmen viel leichter als bislang auf sich aufmerksam machen und sich den Jugendlichen als potenzielle Ausbildungsbetriebe vorstellen könnten.

Auf Info-Tour in Bottrop

Die Berufsfelderkundungen ergänzen die mehrwöchigen Schülerpraktika, die weiterhin wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung in der Schule bleiben. „Unternehmen, die bei der Fachkräftesicherung auf Ausbildung setzen, müssen in Zukunft noch mehr auf den Nachwuchs zugehen“, unterstrichen Taudt und Prüsener mit Blick auf die in den kommenden Jahren spürbar sinkende Zahl der Schulabgänger.

In den kommenden Wochen informieren Vertreter der Industrie- und Handelskammer und des Handwerks gemeinsam mit den jeweiligen kommunalen Koordinierungsstellen in weiteren Städten und Kreisen des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region über Ziele, Maßnahmen und Umsetzung von „Kein Abschluss ohne Anschluss“. In Bottrop ist die Veranstaltung für Dienstag, 3. März, im Berufskolleg vorgesehen. Anmeldungen übers Netz unter www.ihk-nw.de/e2864.